Animal Farm
Eine Welt der Tiere, die nur allzu menschlich ist. Es geht um Sport und darum, beim Korbball den großen Cup zu gewinnen. Es geht um Erniedrigung, sich Kleinfühlen, die Sehnsucht nach Größe und Anerkennung, den Glauben einer Mutter an ihr Kind.
Ein Sport- und ein Tierfilm, der direkt aus der Menschenwelt stammen könnte, diese in einem speziellen Licht zeigt. Es ist nicht primär die Fabel, in der den Tieren unterschiedliche menschliche Eigenschaften nachgesagt werden. Es ist hier vielmehr der Zusammenhalt der unterschiedlichsten Tiere, die in einer Mannschaft spielen.
Die Hauptfigur ist eine Ziege, die von den größeren Tieren nicht ernst genommen wird, erst recht nicht, wenn sie wie Will Harris davon träumt, mit dem berühmten Basketballstar, der Katze Jett Fillmore, in einem Spitzenteam mitzutun. Will ist besessen von der Idee und unterstützt wird er von seiner Mutter, die traut ihm das zu.
Wichtig in dieser Animationswelt in der Regie von Tyree Dillihay und Adam Rosette nach dem Drehbuch von Aaron Buchsbaum, Teddy Riley und Christ Tougas sind, wie im richtigen Leben der heutigen Jugend, die sozialen Medien. Diese katapultieren Will, nachdem er sich bei einer öffentlichen Veranstaltung mit einem berühmten Pferd achtbar geschlagen hat, voll in die virale Welt, und damit auch ins Bewusstsein von Schweinchen Florence, der Besitzerin des Clubs von Jett.
Der Club, die Thorns, scheint angeschlagen, Katze Will ist nach Meinung von Florence ausgelaugt, längst nicht mehr in der Form, die sie berühmt gemacht hat. Florence sucht nach Blutauffrischung; die Art von Will amüsiert sie und gefällt ihr. Sie nimmt ihn unter Vertrag.
Zum Spielen kommt Will trotz Flügen im Privatjet und Unterbringung im Luxushotel nicht. Nun ja, bis sich die berühmte Gelegenheit ergibt.
Der Film arbeitet sich in rasendem Tempo durch seine Story, verliert diese, die auch das Teamwork unter Ungleichen wichtig und erzählenswert findet, nie aus den Augen, zeigt Hintergründe der Welt von Will, der aus seiner Unterkunft rausgeschmissen wird, weil er nicht bezahlen kann. Der Film blickt in seine Stammkneipe, den Jett-Fanclub.
Ein Höhepunkt, ganz normal für die meisten Sportfilme, ist der Cup. Auf den hin arbeitet ein erneuertes Team der Thorns, dabei ein Vogel Strauß (Olivia; deutscher Synchronjoke: „gib mir den Olivienzweig“), eine Echse, ein Nashorn, eine Giraffe; eine moderne Mischung unterschiedlicher Ethnien. Sie sind ein aussichtsloses Team. Aber, wie hat schon Achterbusch gesagt: Du hast keine Chance, also nutze sie.
Erschwerend bei den Runden zum Finale kommt hinzu, dass der Boden der Arena extrem gefährlich ist, einmal gucken überall pilonenhafte Dornen aus dem Boden, ein andermal ist er eine brüchige Eisfläche und ein weiteres Mal sind überall Ritzen mit Feuer und auch noch eine Art Steinsblockgebilde.
Die Kinder zwischen 7 und 12 Jahren, die den Schreiberling in der Pressevorstellung begleiten durften, scheinen mit dem rasanten Tempo der Gags, mit der nicht immer gut verständlichen deutschen Synchro und der allgemeinen Erzählhektik mit nervösen Schnitten und Kamerabewegungen kein Problem zu haben; ihnen hat sich die Message vom Zusammenhalten einwandfrei erschlossen und das finden sie schön.