Irgendwie was über das Allerweltsthema Frau
Irgendwie scheint der BR zu viel Geld zu haben. Und irgendwie muss er das verbrennen. Und irgendwie hat wohl die Redakteurin Claudia Simionescu gemeint, es müsse mal wieder was über Frauen und vor allem mit Frauen gemacht werden. Irgendwie sollten Frauenthemen ventiliert werden. Irgendwie sollte es um die Befindlichkeit moderner Frauen, gar der modernen Frau schlechthin, gehen.
Irgendwie sollte eine Frau Regie führen. Und irgendwie sollten ein paar Frauen Hauptrollen darin spielen. Irgendwie sollten die Hauptpersonen einen Beruf haben (irgendwie schon mal was von Godard gehört, wer weiß, wäre ja möglich).
Eine freischaffende Maskenbildnerin (Maya: Salka Weber), sie hat studiert!, die ihr Geld mit Hand- und Fußpflege verdient, eine Optikerin (Miriam Hie), da könnte man noch ein paar Sätze über das Sehen reinbringen; das hört sich dann bestimmt intellektuell an.
Irgendwie sollte das Männchen-Weibchen-Spiel vorkommen, aber auch People of Colour sollten irgendwie eine Rolle spielen und im ethnischen Spektrum der türkische Hintergrund. Irgendwie sollte das in den Dialogen erklärt werden.
Irgendwie wären Mutter-Töchter-Konflikte auch nicht schlecht. Und irgendwie soll eine Art Regie geführt werden und die soll schauen, dass die Schauspieler nuscheln, was vor der Kamera doch Glaubwürdigkeit erzeuge, haben wir mal gehört.
Irgendwie ein Gag mit einem Vogelkostüm (da gab es neulich diesen Film Bird!) sollte auch rein, Begründung ist wurscht.
Irgendwie wäre es nett, wenn München eine Rolle spielen würde. Und irgendwie müssen die 90 Minuten auf der Tonspur flatterhaft gefüllt werden. Irgendwie wäre es gut, wenn die Schauspieler oft lächeln würden. Irgendwie soll ein Theater eine Rolle spielen, das subventioniert wird und eine Gastmaskenbildnerin engagieren kann, Stück egal, weiterer Zusammenhang egal.
Und irgendwie funktioniert das alles überhaupt nur irgendwie. Irgendwie scheint dieses öffentlich-rechtliche Zwangsgebührengeld ziemlich verbrannt worden zu sein. Und irgendwie scheinen die Jobs bei diesem Produkt nach dem Gunstprinzip vergeben worden zu sein.
Oh, fast vergessen, irgendwie wollte man noch so Darlings von irgendwem reinbringen, irgendwie soll Vietnam eine Rolle spielen; weil hier irgendwie irgendjemand Fan von Tippi Hedren und ihrem Engagement für die Boat-People, pardon, für die Boat-Frauen ist.
Irgendwie wäre es schön, wenn eine Disco vorkäme, das muss einfach sein, und an einer Stelle sollte auch mal erbrochen werden, das kommt eh in jedem zweiten oder dritten Film vor. Irgendwie wollen wir ja im Trend der Zeit bleiben. Und irgendwie soll nicht allzu sehr auffallen, dass es sich hier nicht um Geschichten, sondern vor allem um eine Aneinanderreihung von Allgemeinplätzen handelt, mit denen unbedarft hantiert wird.
Noch eine Frage zum Titel: Warum „Damen“? Warum nicht „Frauen“? Sind es denn Damen-Probleme, die hier verhandelt werden oder sind es Frauenprobleme?