Sein Lied singen
Diese Message kommt unmissverständlich an bei den den den alten weißen Mann in der Pressevorführung begleitenden Mädchen von 8 bis 16 Jahren. Sie sind unisono der Meinung, dass es schön ist, dass Vincent, der Nachwuchswal, am Schluss sein Lied findet und singt. Die jüngste fand vor allem spannend, dass die Freunde sich zanken und darnach wieder versöhnen und gut angekommen ist auch, dass Leviathan eine Wandlung durchmacht und vor allem, dass er klein wird. Die älteste allerdings fand, dass am Anfang der Verlust der Eltern von Vincent zu schnell erzählt wird.
Insgesamt war das Nachwuchspublikum sehr angetan vom Film und auch der alte weiße Mann hatte sein Vergnügen. Ihm hat am meisten belustigt der falsche Machtmensch, der wie ein König Ubu in den Nordgewässern auf einem grotesken Hüpfburgthron mitten in seinem Schrotthaldenimperium residiert, die Hofschranzen um ihn herum, aufgedonnerte Pinguine. Unwillkürlich musste er an einen amerikanischen Präsidenten denken.
Gefallen hat ihm auch die Relation von Vincent zum kleinen grünen Bolt, der als seine Nanny sich sieht. Der ist ein winziger, Aufmerksamkeit auf sich ziehender Farbtupfer, ein Urbild für Gemeinschaft, Freundschaft und Gefährtenschaft.
Ausgangspunkt ist die Gefährdung der Riffs und dass nur der Walgesang sie retten kann. Vater Humphrey von Vincent war der letzte Wal, der das noch konnte. Der ist aber samt Gattin einem Zusammenstoß mit den Schiffsschrauben eines motorgetriebenen menschlichen Gefährts erlegen und in die ewigen Tiefen des Marianengrabens abgesunken.
Der von Selbstzweifeln geplagte Vincent soll seinen Vater ersetzen. Deshalb macht er sich auf die Suche nach ihm. Das Abenteuerreiseteam besteht aus Vincent, Bolt und dem Schwertfisch. Die Reise führt in die Meerestiefe hinunter.
Hauptgegner ist Leviathan, der eingefroren schadlos gemacht ist. Aber das Eis bricht und er fängt an, das Trio zu verfolgen und giftige Tinte im Meer zu versprühen. Andererseits gibt es faszinierende Korallenwelten und Zaubergärten, die wunderschönen kleinen Tropfen, die im Schwarm ihre Wirkung erzielen.
Es gibt unten die Lehre, dass man ganz in der Tiefe sich selber finden müsse; das Om wird zelebriert; das ist vielleicht etwas viel des Esoterischen und Heilsgeschehens. Aber, der alte weiße Mann ist zufrieden mit dem Film von Pavel Hrubos, Steven Majaury, Reza Memari, der mit Greg Nix auch das Buch geschrieben hat, dass so ein Unterwasserfilm, anfangs waren gar lyrische Momemte festzustellen, dazu noch mit passabler deutscher Tonspur, doch deutlich weniger aggressiv ist als andere, vor allem amerikanische Kinderfilme, die manchmal vor lauter Actionhysterie nicht mehr wissen, was sie erzählen wollen.