Only Fans
Diese Dokumentation von Paul Dugdale und Farah Khalid dürfte gezielt für die Fans der koreanischen Boy-Group Stray Kids gedacht sein. Die Fans werden voll auf ihre Kosten kommen und sparen sich, wenn sie anstatt zum Konzert ins Kino gehen, eine Menge Geld. Sie bekommen ihre Stars ganz nah und Konzertauftritte satt von deren dritten Welttournee, DominATE.
Es ist eine souveräne Konzertdoku mit all den wilden Kamerafahrten, den Lichteffekten, den Feuereffekten; es ist Show total.
Die Boys immer in der Gruppe, immer uniform gekleidet, mal dunkel, mal hell und dann noch unterstützt von bestimmt mehr als einem Dutzend Tänzern und unzähligen Musikern; zu schweigen von der technischen Mannschaft und den Roadies im Hintergrund.
Sie haben riesige Wege auf eigens gebauten Bühnen und Laufstegen zu bewältigen, das Mikro immer dicht am Mund, als Maßgabe gilt, den einen Finger unten an der Nase anzulegen. Sie tanzen wild und es kommt einem kurz ein Flashback an „The Testament of Annne Lee“ (ab 12. März im Kino) und die ekstatischen Bewegungen der Shaker.
Als gediegene Zugabe zur Musik werden die Protagonisten einzeln vorgestellt. Sie sitzen vor einem Vorhang, auf dem die Konzertdoku weiterläuft, sie erzählen von sich, wie traumhaft es ist, dass sie es bis hierher geschafft haben, dass sie die Menschen erfreuen wollen in trüben Zeiten, dass es sie Überwindung gekostet hat, dass sie den Teamgeist der ‚Members‘ schätzen. Von Zukunft spricht keiner. Ewig werden sie nicht jung und nicht Idole bleiben.
Das Publikum wird immer wieder dazwischengeschnitten, der Blick in die Megaarenen, die tausenden von Handy- und anderen Lichtlein; die überwältigten Gesichter der primär weiblichen Fans. Eine Frau hat ihren BH einem der Protagonisten auf den Kopf geworfen; so sieht es jedenfalls aus. Ganz ohne Skurrilität ist die Show nicht. Einmal gibt es einen Auftritt im Schottenrock und einmal sogar eine clowneske Nummer mit einer schwarzen Box, bei der es gilt, einen roten Knopf zu drücken; leider nicht den Knopf für das Ende der Show.
Für den Nichtfan zieht es sich hin; er hat als nicht Musikspezialist das Gefühl, die haben nur eine Melodie, die sie ständig im selben Rhythmus singen und vor allem entsteht bei dem Konzert in L.A der Eindruck, dass sie nicht enden wollen mit dem Film und der Show, da wird eine Ehrenrunde der Band auf zwei von Männern gezogenen und geschobenen Podesten durch das lange Rund der Arena in voller Länge, wie es scheint, gezeigt und dann ist immer noch nicht Schluss. Ja, es ist nicht leicht, von so einer Stimmung, von so begeisterten Fans sich zu trennen.