Das Tier in mir,
das ist das anthropologische Faszinosum an der Geschichte von Katja Brandis, die David Sandreuter zum Drehbuch umgeschrieben und Sven Unterwaldt Jr. gut konsumierbar verfilmt hat mit einem kinoaffinen Cast, wie ihn in Deutschland wohl nur ein Emrah Erthem vorschlagen kann.
Dazu gesellt sich eine Botschaft, wie sie einem Jugend- und Kinderfilm gut ansteht: die Jugend rettet den Wald, sie rettet die Tiere, sie legt korrupten Politikern und Invstoren das Handwerk und rettet so die eigenen Zukunft, worin wir nonchalant noch die Rettung des Planeten inkludieren. Und das Tier in sich retten sie sowieso.
Das funktioniert. Dazu die Moral, dass man zusammenhalten muss, die gut verständlich rüberkommt, und dass man Differenzen beseitigen muss.
Das tiefere Thema ist das des Außenseitertums, das der Identität, wo gehöre ich dazu, wer bin ich wirklich und sich daraus abzeichnende Konflikte, bin ich ein Wandler zwischen Tier und Mensch?
Der Hauptkonflikt dreht sich um Carag (Emile Chérif). Man erinnert sich, der ambitionierte Politiker Andrew Miling (Oliver Masucci), der auch ein Woodwalker ist, hat ihn unter seine Fittiche genommen und im Woodwalker-Internat untergebracht.
In diesem zweiten Woodwalkerfilm will Milling Gouverneur von Wyoming werden. Da gibt es noch ein paar Geschichten zu verräumen. Am Tag der Verhandlung des Woodwalker-Rates soll Carag falsches Zeugnis zugunsten von Andrew ablegen. Der hat ihn in der Hand, weil er ihm dafür ein Treffen mit seiner Puma-Familie in Aussicht stellt. Es ist ein Gewissenskonflikt, den Carag egoistisch löst. Damit ist für Milling der Weg zu einer Kandidatur frei und Carag kann seine Waldfamilie kennenlernen.
Die Kids kommen dahinter, dass Milling den Wald entgegen seiner Versprechen an einen Investor (Moritz Bleibtreu) verscherbeln will. Der beabsichtigt großflächige Rodungen, um Siedlungen hochzuziehen.
Dazwischen gilt es, den Pumavater von Carag, Brighteye (Eugen Bauder), medizinisch zu versorgen; eine Wunde an seinem Bein eitert und will nicht heilen.
Parallel dazu gibt es Besuche von Carags Pflegefamilie im Hotel „Wild Pine“. Wie Milling die Wahl gewinnt und anderntags die Bagger anrollen, hat der Film den Punkt des dramatischen Endspurtes erreicht. Da weiß dann sogar die Schulleiterin Lissa Clearwater (Martina Gedeck), deren Tier die weise Eule ist, auf welche Seite sie gehört. Das Trio infernale von Carag, dem Bison Marlon (Johannes Degen) und Eichhörnchen Holly (Lilli Falk), die halten eh zusammen.