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Der Mensch ist eine Bestie –
Evaluation von zwei Möglichkeiten von Bestientum des Menschen.

Im Kapitalismus ist der starke Hecht an der Chefposition die Bestie. Das ist Bradley (Dylan O’Brian), der als Sohn an die CEO-Position nachrückt. Donovan (Xavier Samuel) dagegen wird die Karrierleiter hochgeworfen, weil er die Pläne und Projekte von Linda Lindell (Rachel McAdams) bei der Geschäftsleitung als die seinen ausgibt.

Bei einem Rundgang durch die Büros im Glashochhaus stellt sich Linda Bradley, dem neuen Boss, vor. Sie ist übergangen worden bei den Beförderungen, obwohl sie viel länger als Donovan in der Firma gute und geschätzte Arbeit geleistet hat. Sie hat noch Thunfischreste am Mundwinkel kleben.

Linda ist karikaturhaft mit Wollstrümpfen und dumpfen Schuhen ausgestattet, überhaupt mit ihrer Biederkleidung und auch wie sie schaut, nicht in die Direktiven passend. Aber sie hat Köpfchen. Rachel McAdams spielt diese Phase ihrer Rolle als die verhuschte, quasi ständig stolpernde und unpassende Komikerin großartig.

Bradleys Verlobte Polly (Kristy Best) dagegen ist eine schlanke, elegante Beauty mit einem teuren Diamantring, wie aus dem People-Magazin gestochen. Trotzdem braucht die Geschäftsleitung Linda für einen Trip im Firmenjet nach Asien. Dieser Flug wird kurz und schmerzhaft komisch abgehandelt, die Turbulenzen, Flashback an die „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“, der Absturz kommt schnell.

Linda, bieder-angschnallt, überlebt. Sie landet auf der einsamen Insel an. Das Thema Survival ist bis hierher schon verschiedentlich angesprochen worden. Sie zeigt Überlebenstalent. Das erinnert an den Film Triangle of Sadness. Und wie dort, drehen sich auch hier die sozialen und hierarchischen Ebenen um.

Linda findet den angeschwemmten Bradley. Sie wiederbelebt ihn, bettet ihn, versorgt ihn mit all ihren Survival-Künsten. Es folgt die Robinson-Phase, wie die beiden sich einrichten.

Bradley ist bislang als reines Arschloch mit dreckiger Lache gezeichnet. Das findet wohl der Film von Sami Raimi nach dem Drehbuch von Damian Shannon und Mark Swift etwas dünn; er baut eine Szene der beiden ein mit einem zutraulichen Gespräch, in dem sie über ihre beschissenen Elternhäuser berichten; also die Erzeugergeneration ist schuld, dass sie so sind, wie sie sind. Daran wird sich auch nichts ändern.

Das zu illustrieren lässt sich der Film noch einiges einfallen bis an die Grenze des Zombietums, hier gibt es eine kurze Schnittmenge zu Primate, der auch diese Woche in die Kinos kommt. Wenn Bradley vorher das Biest im Kapitalismusanzug war, so kehrt Linda jetzt ihre Überlebens- und sowie Revengestrategien im Dschungelhemd heraus.

Der Film wirkt wie am Computer entworfen zur Illustrierung der Möglichkeiten, dem Biestelement des Menschen auf die Spur zu kommen.

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