Traumvilla auf Hawaii
Das ist das Neckische an solchen Horrorfilmen, wie Johannes Roberts, der mit Ernest Riera auch das Drehbuch geschrieben hat, ihn hier vorstellt: es wird ein von vielen erträumtes Luxusmilieu vorgestellt und dann wird daran kräftig gekratzt.
Roberts kommt unumständlich zur Sache: dem Film vorangestellt ist eine kurze Info über Hydrophobie oder auch Rabie oder zu Deutsch: Tollwut; es wird auf die wasserfeindliche Eigenschaft der Krankheit hingewiesen.
Es gibt eine Vorszene in dschungelhafter Gegend. Ein junger Mann begibt sich zum Affen Ben (Miguel Torres Umba) in seinem Käfig. Der hat einen blutigen Kratzer am Arm. Er verlässt den Käfig, zieht sich in einen dunklen Raum daneben zurück.
Im Käfig liegt eine totes Tier. Der Mann sucht den Affen im dunklen Raum und zack, ist dem Betreuer schon das halbe Gesicht weggerissen, Schnitt.
Der Film springt 36 Stunden zurück. Junge Leute, alle sexy, modisch salopp gekleidet, gut gelaunt und überhaupt gut ausschauend wie aus der Modezeitschrift, sind auf einer Fahrt. Es geht zur Villa vom Vater (Troy Kotsur) von Lucy (Johnny Sequoyah), Besuch zu Hause. Dort ist neben dem Vater noch Schwester Erin (Gia Hunter). Mit von der Wochenendepartie sind auch Hannah (Jess Alexander), Kate (Victoria Wyant) und Nick (Benjamin Cheng).
Vater verabschiedet sich von den Kids. Er ist ein berühmter Autor und muss auswärts eine Lesung halten. Er selbst ist taubstumm, dadurch findet die Gebärdensprach Eingang in den Film. Sie wird mit gelben Lettern transskribiert. Der Film nutzt das ab und an für besondere Toneffekte; was reizvoll ist, wenn im Haus laut geschrieen wird und ein möglicher Retter nichts hört.
Das Jungvolk erkundet und bestaunt die Villa. Großzügig ausgestattet, mit breiten Glasfronten, hoch über der Gischt des Meeres. In einer Art Grotte da, wo andere Häuser den Keller haben, befindet sich der Swimming-Pool mit direkter Aussicht auf das Meer.
Ein Traum von Location, der sich bald schon in einen Alptraum verwandelt. Denn plötzlich taucht Ben auf. Die Töchter des Hauses kennen ihn. Die Mutter hatte ihn als Wissenschaftlerin studiert. Er reagiert nicht wie sonst. Er ist infiziert. Die Mädels und der Junge wissen das nicht.
Auch hier fackelt der Film nicht lange bis zur Zerstörung der Idylle, bis zum ersten Opfer. Die Mädels retten sich in den Swimming Pool, der ist ein sicherer Ort, weil der infizierte Affe das Wasser nicht verträgt.
Hier verharrt der Film lange mit angehaltenem Atem. Er springt mit der Kamera zwischendrin auf Distanz. Da erscheint das Anwesen verdammt einsam, Hilferufe hört keiner. Sein Horrorpulver hat der Film relativ schnell verschossen; bis doch noch Hilfe kommt, da zieht es sich ein wenig, da läuft die Story mit Wiederholungen geradeaus. Derweil überlegt man sich, ob man seinen nächsten Traumurlaub wirklich in so einer einsamen Luxusvilla buchen möchte.