Fetziger Trip durch die (australische) Gay-laxy
Sairah ist eine Art Aschenbrödel, eine graue Maus, obwohl eine Lesbenprinzessin. Aber ihre beiden Lesenbenqueens und Showstars lassen ihr keinen Raum zum Erblühen. Sairah ist voller Selbstzweifel und glaubt, niemand liebt sie.
Dann kommt Kiko, apostrophiert als ‚Destroyer‘. Sie verbringen zwei Wochen miteinander. Sairah ist hin und weg, unsterblich verliebt, glaubt an die Liebe ihres Lebens. Sie schenkt ihr ein Buch mit Zeichnungen über ihre Liebe.
Damit fängt dieser kecke australische Animations-Film von Emma Hough Hobbs und Leela Varghese an.
Kiki ist not amused. Für sie ist Sarah eines von vielen Früchtchen. Sie lässt sie eiskalt stehen. Doch die zwei fantasievollen Geschichtenerzählerinnen haben ein Einsehen. Kiki wird entführt und gefangen genommen von der ins Abseits geratenen und schier vergessenen Männerwelt der ‚Straight White Maliens‘.
Nur wenn sie den Männern innerhalb eine knappen Frist Labrys verschaffen kann, wird sie davor bewahrt, in eine heiße, toxische Tunke in einem Topf unter ihr getaucht zu werden. So wird Sairah für Kiki wieder interessant. Nur sie kann das liefern. Sie macht sich auf den Weg.
In einem Raumschiff quert sie die Gay-laxy. Hierbei trifft sie auf den Sänger Willow. Der ist bi und ein zuverlässiger Begleiter. Das Raumschiff selbst hat eine männliche Historie und spricht männlich. Es bietet Anlass für Seitenhiebe auf männlich dominierte und geprägte Welten und Frauen als Pilotinnen.
Die zwei Filmemacherinnen lassen enormen Spaß daran spüren, diese direkt auf das Klischee zugespitzten Welten simpel und knallig wie eine Kindergeschichte zu zeichnen und zu erzählen und zwischendrin Wildwestelemente einzuführen oder als Symbol für die kämpfende Lesbe eine Axt zu verwenden. Sie verweisen aber auch auf einen richtig großen Liebesfilm, auf Blau ist eine warme Farbe. Als ernst gemeinte Einsicht bringen sie, dass die Voraussetzung zur Liebe doch die Selbstliebe sei.