Wie komme ich an Gelder aus dem Zwangsgebührentopf „ARD HISTORY“?
Erstens muss man behaupen, Dokumentarfilmer zu sein. Zweitens muss man ein noch nicht abgegrastes Thema präsentieren. Bunker zum Beispiel. Oder man wende sich an Fernsehredakteure, hier sind es Andrea Bräu und Helge Freund vom BR, die möglicherweise nicht wissen, dass es schon jede Menge Bunkerdokumentationen im deutschen Fernsehen gibt, wie „Bunker – Über den Schutzraum in Angst und Krieg“, „Bunker – Geheimnisse unter Deutschlands Städten“ (NDR/ZDF), „Karlshof Bunker“ (SWR), „Geheimnisse unter der Stadt: Bunker in Berlin“, „Der Untergrund: Bunker: Das verborgene Erbe“ (Arte), so erzählt es mir eine simple Anfrage an eine KI. Vermutlich sind diese Dokumentation alle besser, als das, was Liv Thamsen und Paul Wiederhold hier zusammengestöpselt haben.
Sie haben einige noch lebende Zeitzeugen aufgetrieben, das erhöht die Glaubwürdigkeit einer Dokumentation, die nicht allzu Ergiebiges über Bunkererlebnisse 80 Jahre zurück berichten will.
Die Dokumentaristen und die Redakteure sollten sich den Film Das Ungesagte, der kürzlich im Kino lief, anschauen. Der macht beispielhaft vor, wie man sorgfältig noch letzte Zeitzeugen auswählt und vor allem, sie zu sensationellen (im Sinne der Seltenheit und des Nie-Gehörten) Aussagen bringt.
Hier wird im Vergleich dazu schludrig mit den Zeugen umgegangen. Deshalb sind sie nicht ergiebig. Die dadurch gewonnene Zeit wird mit einem wohl nicht mit allzu viel Bedacht ausgewählten Mix aus Sensations- und Führerpropagandafootage aus Archiven vollgestopft. Zudem werden Experten als Talking Heads dazwischengeschnitten.
Das Budget aus dem Zwangsgebührentopf ermöglicht den Dokumentaristen Reisen nach Odessa und Israel, womöglich gar in die USA.
Es ist ein billige Clippanscherei, die dem Zuschauer zugemutet wird. Wann endlich bringen diese Redaktionen und das so hochtrabend sich ‚ARD-HISTORY‘ nennende Format auch was für den anspruchsvollen, intelligenten Zuschauer, der bekanntlich genau so Zwangsgebühren zahlt wie jeder andere auch? History für Dummies. Der dramaturgische Faden schlittert wie auf gefrorenem Steinboden.
Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers!
Im übrigen bin ich der Meinung, dass dieses demokratisch eminent wichtige, gigantische Gemeinschaftswerk eines öffentlich-rechtliche nRundfunks sozial unfair zulasten einkommensschwacher Haushalte finanziert wird.