Greenland 2

Eine Heilsgeschichte

Die Welt liegt im Chaos. Das passt ganz gut zum beginnenden neuen Jahr sowie zum beginnenden zweiten Viertel des ersten Jahrhunderts des dritten Jahrtausends, das mit einem kriminellen Husarenstreich statt mit konstruktiver Politik begonnen hat. Man entführt so eben mal über Nacht das Oberhaupt eines anderen Staates, nimmt es gefangen und stellt es, immerhin das, vor ein Gericht. Ein Stück Restzivilisation scheint noch vorhanden.

Das ist sie auch in der Katastrophenwelt von Greenland 2. Trotzdem ist das Reduit aus Greenland, wohin sich unsere Protagonistenfamilie zurückgezogen hat, nicht mehr zu halten. Tektonische Verschiebungen, Einschläge aus dem All schaffen eine dystopische Welt, in der die Menschen nur noch auf der Flucht sind, um ihr Leben rennen.

So müssen sich Allison (Morena Baccarin) und John Garrity (Gerard Butler) mit Sohn Nathan (Roman Griffin Davis) wieder auf den Weg machen. Die Familie ist leicht angegriffen. John hüstelt und Nathan braucht nach wie vor sein Insulin.

Souverän inszeniert Ric Roman Waugh nach dem Drehbuch von Mitchell LaFortune und Christ Sparling diesen immer extrem knappen, extrem an einem seidenen Faden hängenden Überlebenskampf, die Flucht, diese Migration.

Es ist eine Aneinanderreihung von kitzligen und lebensgefährlichen Situationen in einer Welt, in der man sich wundert, dass es doch da und dort noch Überreste/Oasen eines zivilen, zivilisatorischen Lebens gibt und ebenso darüber, dass sich doch immer wieder Treibstoff für Fortbewegungsgerät aller Art finden lässt trotz unterbrochener Lieferketten, trotz überschwemmtem Liverpool, trotz schier unüberwindliche Klüfte und auch die Insulinversorgung stößt schnell an die Grenzen logischer Nachvollziehbarkeit.

Ziel der schwierigen Flucht ist der Clarke Einschlagskrater im Süden Frankreichs. Wer dahin will, muss sich abenteuerlich durch ein Land durchschlagen, in dem es nebst Militär auch noch Rebellen gibt.

Kein Katastrophenfilm ohne Hoffnung. Früh im Film wird erinnert an jenen Einschlag aus dem Weltall, der die Dinosaurier ausgelöscht haben soll, der aber zu einer umso stärkeren Blüte der übrigen Natur beigetragen hat. So möchte man sich vielleicht das Gelobte Land vorstellen.

Und auch menschlich bleibt Hoffnung. Auf dem Weg durch Frankreich drückt der Gutmensch und Franzose Laurent (William Abadie) der dreiköpfigen Familie seine hübsche Tochter auf, der Nathan unter einem Leintuch, den Sternenhimmel erklärt.

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