Liebe, Liebe
Was ist Liebe? Lässt sie sich festzurren? Haben andere Menschen in der Liebe von anderen mitzureden? Haben sie gar Vorschriften zu machen? Wie ist es mit den ersten Liebesgefühlen, wie wenn sie nicht der Konvention entsprechen?
Fatima (Nadia Melliti) wächst in einer algerischen Einwandererfamilie in Paris auf. Es ist das Jahr, in dem sie mit dem Philosophiestudium an der Uni anfangen will – ein Professor wird etwas von Emanzipation bei einem Zeitgenossen Montesquieus dozieren.
Es gibt da zwar einen jungen Mann, der möchte, um rein zu bleiben, sie gleich heiraten, denn er hat eine Festanstellung in Sicht. Fatima ist sich nicht so sicher. Sie fühlt sich zu Frauen hingezogen.
Hafsia Herzi verfilmt den Roman von Fatima Daas. Der dürfte in vielem autobiographisch sein, denn die Hauptfigur heißt ebenfalls Fatima und in einem vertraulichen Gespräch mit ihrer Mutter, die spürt, dass Dinge die Tochter umtreiben, die sie offenbar so nicht äußern kann, sagt die Tochter, sie schreibe an einem Roman, vieldeutig. Das wiederum dürfte diese Geschichte sein.
Es ist die Geschichte eines vorsichtigen, immer wieder von Rückziehern begleiteten Coming-of-Ages als eines Coming-Outs als Lesbe.
Eine Frau hat es Fatima besonders angetan. Es ist Ji-Na (Park Min-ji). Bei ihr kommt als ein Hindernis hinzu, dass sie unter Depressionen leidet. Auch Fatima hat eine gesundheitliche Behinderung, sie leidet an Asthma.
Fatima konsultiert einen Geistlichen, konfrontiert ihn mit dem Thema als mit dem Fall einer Bekannten. Was der zu dem Thema sagt, überrascht nicht besonders.
Der Film ist jahreszeitlich gegliedert. Er erzählt behutsam, wie Fatima sich mit dem Thema beschäftigt. Es gibt Vorlesungen, Studentpartys und Mamma backt zuhause Madeleines, von denen man gleich kosten möchte.
Der Film kann als konkreter Einzelfall gesehen werde, als illustrierendes Beispiel zum Film Girls and Gods.