Anaconda

Da wiehert der Blockbuster

Blockbuster-Sein ist ein schweres Schicksal für einen Film. Allein der Weg zu diesem Sein ist üblicherweise mit enormem Aufwand, finanziell wie kreativ gepflastert. Und dann erst das Blockbuster-Bleiben. Denn wenn er es geworden ist, so heißt das, dass der Film erfolgreich war, also ein Riesenerfolg, ein Kassenerfolg sondergleichen. Das ruft nach mehr. Es muss ein zweiter Teil folgen und ein dritter, die Ideen müssen fortgeschrieben und ausgewrungen werden bis nichts mehr geht.

1997 gab es den Film Anaconda. Der war vielleicht nicht der erhoffte Blockbuster, der laut IMDb bei geschätzten Produktionskosten von etwa 16 Millionen Dollar immerhin zu einem weltweiten Einspielergebnis von ca. 136 Millionnen führte. Die Versuchung, einen weiteren Film zu drehen, dürften den Produzenten in den Fingern gejuckt haben. Sie haben sich aber nicht von der Bürde des Erfolgszwanges treiben lassen. Sie versuchen anderes. Sie geben Tom Gormican, der mit Kevin Etten und Hans Bauer das Drehbuch geschrieben hat, die Möglichkeit, mit dem Blockbuster- und dem B-Movie-Genre rund um das Anaconda-Thema und den damaligen Film zu spielen.

Doug McCallister (Jack Black) hat als Bub davon geträumt, Horrorfilme zu drehen. Geworden ist er ein braver Hochzeitsfilmer. Das ist kein befriedigender Zustand. Sein Kumpel Ronald (Paul Rudd), ein nicht allzu erfolgreicher Schauspieler, erinnert ihn an jene Zeit und die Träume, die sie hatten. Zusammen mit Kenny (Steve Zahn), der seine eigenen Probleme hat, und mit Claire (Thandiwe Newton) entschließen sie sich, mit kleinem Budget und auf eigene Faust einen Anaconda-Film zu drehen. Ronald behauptet, er besitze die Rechte.

Beste Voraussetzung also für ein B-Movie-Abenteuer in Brasiliens Dschungel. Auch sie geraten in Clinch mit Leuten aus dem Untergrund und auch ein Blockbuster-Film-Team ist mit einer Anaconda unterwegs. Der Stoff und die Herangehensweise bieten genügend Anlass für Pointen, Verweise und Frotzeleien auf das Blockbuster-Geschäft im Allgemeinen, wie hart mit den Rechten umgegangen wird, und auf den Anaconda-Film von 1997, in dem Ice Cube mitgespielt hat, im Besonderen. Ein vergnüglich Ding für düstere Winterabende und nicht so lang wie der unter dem Blockbuster-Syndrom ächzende Avatar.

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