Lebenslinien: Alles für meine Konditorei (BR, Montag, 15. Dezember 2025, 22.00 Uhr)

Managerkarriere,

so heißt es bei Männern, wenn es eine Frau ist, in diesem Falle Barbara, so mag sie es auch ihren Feminismus nennen. Fakt ist: Geschäft geht vor und die Familie muss schauen, wo sie bleibt. Ehemänner packen das nicht. Gesundheitliche Folgen bleiben nicht aus.

Hier geht die Geschichte gut aus, allerdings auf Kosten der Ehemänner. Barbara hat das Geschäft, das sie selber aufgebaut hat, sicher durch die Covid-Krise gebracht, hat die Kinder in den Betrieb integriert und die Nachfolge geregelt, hat sich selbst vom Karrierismus verabschiedet, hat Kinder und Enkel in der Nähe. In einer Lebenskrise hat sie sich mit Tagebüchern selbst geholfen.

Insgesamt nehmen diese Lebenslinien von Christiane Fiedler unter redaktioneller Obhut von Zwangsgebührentreuhänderin Christina von Hahn ein gutes Ende und habe eine schöne Moral.

Die Karrieregeschichte ist aber nur eine Lage dieses Fernsehkuchens. Der ist gleichzeitig ein biederer Imagefilm für zwei Cafés. Das eine ist in Garmisch und das Elternhaus von Barbara, ein mondänes Café. Das andere ist dasjenige in Murnau, mit dessen Übernahme sie sich selbständig gemacht und für die Karriere gegen die Familie entschieden hat.

Da es sich um einen öffentlich-rechtlichen Sender handelt, ist es immer fragwürdig, wenn Sendungen zur Imagepflege von Privatunternehmen umfunktioniert werden. Zumindest müssten dann alle anderen Cafés aus Garmisch und Murnau und vemutlich auch aus der Umgebung und wahrscheinlich sogar aus ganz Bayern ein Anrecht auf ebensoviel Werbesendezeit bekommen.

Das ändert nichts daran, dass die Protagonistin und ihre Kinder sympathisch rüberkommen und dass die Lust auf ein paar Tortenprobierstücke geweckt ist. Die BR-Redaktion dürfte sich mit diesem Beitrag ein paar feine Kostproben aus den Konditoreien und der Schockoladenfabrikation verdient haben.

Im übrigen bin ich der Meinung, dass dieses demokratisch eminent wichtige, gigantische Gemeinschaftswerk eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks sozial unfair zulasten einkommensschwacher Haushalte finanziert wird.

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