Eine Liebe oder wie viele Lieben?
Eva (Nora Naves) lebt in Barcelona und ist seit über zwei Dutzend Jahren verheiratet mit Victor (Juan Diego Bott). Sie arbeitet im Literaturbetrieb. Für einen Termin fliegt sie nach Rom. Sie kommt dort im mehrfach deutlich ins Blickfeld gerückten ‚Hotel forum‘ unter.
Wie minutiös Cesc Gay, der mit Eduard Sola auch das skrupulöse Drehbuch geschrieben hat, vorgeht, zeigen die Anfangssequenzen. Im Flugzeug kommt die Landedurchsage zu Rom in ganzer Länge. Dann geht es zum Hotel. Zimmerbezug. Eine Zwischentür ist offen. Eva wundert hinein. Vor ihr steht frisch aus der Dusche kommend Alex (Rodrigo de la Serna). Peinlicher Moment. Türen zu und abgeschlossen.
Man könnte sich jetzt auf eines der üblichen Männchen-Weibchen-Spiele einstellen; wird es auch, aber auf ganz eigene Weise. Zwangsläufig kreuzen sich die Wege. Aber es ist auch klar, Eva ist keine Abenteurerin.
Alex wohnt auch in Barcelona und ist Spanier. Er ist Drehbuchautor. Er schenkt ihr ein Buch mit dem Titel ‚Octubre‘, in rotem Einband.
Cesc Gay verfolgt nach einem minutiösen Drehbuch, wie sich Evas Interesse entwickelt und wie sich gleichzeitig eine Entfremdung zwischen ihr und ihrem Mann einstellt, wie sie wieder zurück in Barcelona ist. Ihre innerliche Abwesenheit wird auch bei ihren Kollegen und ihren Kindern bemerkt. Sie kann es nicht geheim halten, dass sie dabei ist, eine eigene Wohnung zu suchen.
Von all dem hat ihr Victor nicht die geringste Ahnung. Wie sie ihm offenbart, dass sie sich trennen möchte, ist er völlig überrascht.
Nach der Trennung und nachdem Alex offenbar eine Jüngere geschwängert hat, sieht sich Eva aktiv nach einem neuen Partner um. Sie ist nicht zu beneiden um die Typen, die sie trifft. Meist ist schon nach wenigen Minuten klar, dass es nichts wird. Und wie sie sich nach dem Rat einer Freundin für den Typen entscheidet, der ihr am wenigsten zusagt, ist noch nicht Schluss mit dem Spiel, mit der Rohmerschen-Frage, wer denn zu wem passt.
Es gibt den Moment, wo man gerne an den Film ebenfalls eines Spaniers denkt, Volvereis von Jonas Trueba; hier geht es darum, die Trennungen zu feiern und nicht die Hochzeiten.