Ein Haus in Jerusalem

Retrokognition

Rebecca (Miley Locke) steht an der Schwelle zur Pubertät und ist mit der Gabe der Retrokognition beschenkt. Wie Mädchen in diesem Alter häufiger als andere Menschen, in meiner Wahrnehmung, mit übersinnlichen und parapsychologischen Fähigkeiten ausgestattet sind.

Diese Fähigkeit ist, so kann vermutet werden, durch den Tod der Mutter bei einem Autounfall vor einem Jahr aktiviert worden. Aufgrund der Unkonzentriertheit des Mädchens ist der Vater (Johnny Harris) von London nach Israel gezogen. Dort hatte dessen Opa vor Jahren ein herrschaftliches Anwesen gekauft. Das hilft Rebeccas vermeintlicher Trauerverarbeitung wenig.

Der Film von Muayad Alayan fängt wie eine Fallstudie des Phänomens dieses visionären Talentes an. Immer ist das Mädchen unruhig. Es sieht ein anderes Mädchen, Rasha (Sheherazade Farrell). Über sie stößt der Film zu seinem Kernthema vor.

Es geht um die Geschichte der Landnahme durch Israel und die Vertreibung der Palästinenser. Es handelt sich um einen ähnlichen Fall wie im Film Im Schatten des Orangenbaumes. Dort war die Begründung für die Erzählung eine exemplarische Herleitung, wie es zur Intifada gekommen ist.

Muayad Alayan wählt den Zugriff auf das Thema über Rebecca und deren parapsychologische Begabung. Sie sieht, zu viel soll nicht gespoilert werden, wer hier früher gewohnt und gelebt hat. Dabei spielt eine Puppe eine Rolle, ein Brunnen, der mit einem schweren Eisendeckel abgeschlossen ist. Unweigerlich streckt sich der Film nach Bethlehem in ein Palästinenser Lager.

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