Teresa – Ein Leben zwischen Licht und Schatten

Nonne verpuppt sich zur Heiligen

Dieser Film von Teona Strugar Mitevska, die mit Goce Smilevski und Elma Tataragic auch das Drehbuch geschrieben hat, zeichnet nur in den letzten Minuten das ikonographische Bilder der weltberühmten und verehrten und mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten Mutter Teresa in ihrem schmucklosen Sari mit den blauen Streifen.

Der Film nimmt sich die Verpuppung von der regulären Ordensschwester zur Gründerin des eigenen Ordens vor. Er schaut sich die sieben Tage der endügltigen Verwandlung an.

Es ist das Leben einer katholischen Ordensschwester in Kalkutta 1964. Angesichts des Elendes in der Stadt ist sie mit dem Leben, das weitgehend innerhalb des Konventes stattfindet, nicht mehr einverstanden. Sie hat den Papst darum gebeten, aus dem Orden austreten zu dürfen, um ihren eigenen zu gründen, der auf den Straßen Kalkuttas wirkt.

Noomi Rapace spielt diese Schwester Teresa eigenwillig, ohne jede Frömmelei, nüchtern, in der ständigen Auseinandersetzung mit den Alltagsprobemen in so einer Institution. Es gibt oft – ohne Männerhilfe – schwere Möbel zu verrücken, Blut – von Frauen – muss ständig vom Boden aufgefegt oder aus Kleidungsstücken und Hygienetextilien herausgewaschen werden.

Es gibt die Dauerkrise mit Schwester Agnieszka (Sylvia Hoeks), die ständig am Durchdrehen ist und die doch ihre Nachfolgerin werden soll. Sie rettet sie vorm Sprung in die Tiefe. Es gibt aber auch die Gespräche mit dem langjährigen Vertrauten Pater Friedrich (Nikola Ristanovski).

Der Orden ist in einem stattlichen, weltlichen Gebäude von ernormen Ausmaßen untergebracht, komfortabel im knalligen Gegensatz zur ihn umgebenden Armut.

Der Film ist mit Angabe der Tage, die noch fehlen bis zum Austritt, strukturiert. Er bringt so protokollarisch wie fragmentarisch Szenen aus dem Nonnenleben. Es wird gekocht, getanzt und die religiösen Rituale kommen auch nicht zu kurz. Die Kamera versucht jeden Realismus zu vermeiden, sucht sich ungewöhnlich Perspektiven, vielleicht auch, um die Abgehobenheit dieser Welt zu verdeutlichen. So besehen dürfte der Film ganz im Sinne von Mutter Teresa Kritik am eingefahrenen, weltfremden Ordensleben sein.

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