Geschichte eines Bucherfolges
Der leicht als reißerisch zu empfindende Titel des Filmes entspricht dem Titel des Buches von Azar Nafisi.
Das Buch ist in den USA erschienen und war ein weltweiter Bestseller. Eran Riklis hat ihn nach dem Drehbuch von Marjorie David verfilmt. Es ist die deprimierende Geschichte des Inhaltes des Buches, die deprimierende Geschichte der Autorin Azar Nafisi (Golshifteh Farahani) als Literaturprofessorin in Teheran.
Der Film schildert in Kapiteln, die nach Literaten betitelt sind, die Zeit der Professorin in Teheran von 1979 bis 2003. Damals nach der Revolution ist sie mit ihrem Lebensgefährten Bijan (Arash Marandi) optimistisch in ihr Heimatland zurückgekehrt. Sehr emotional zeigt der Film Schritt für Schritt, wie die Freiheit der Frau unter dem Mullah-Regime eingeschränkt wird. Auch in einzelnen Diskussionen an der Uni kommt diese Haltung, artikuliert von männlichen Studenten, zum Ausdruck.
In Jahresschritten schaut der Film bei der Professorin vorbei. Irgendwann gibt sie ihren Job an der Uni auf. Ein kleiner Kreis von Frauen bleibt ihr in einem Lesekreis treu. Hier setzen sie sich mit verbotener, westlicher Literatur auseinander.
Der Film liebt die emotionale und berührende Schilderung. Eine Studentin wird wegen absurder Vorwürfe ins berüchtigte Evin-Gefängnis geworfen und ausgepeitscht. Auswandern oder bleiben ist ein Dauerthema. Die Lage ist bedrückend und es gibt keinerlei Hinweise auf eine mögliche Revolution. Der Film verbreitet eine Atmosphäre der Aussichtslosigkeit von Widerstand gegen das absolutistische Regime.
Dass aus dieser deprimierenden Geschichte ein erfolgreiches Buch in der kapitalistischen westlichen Welt geworden ist, wie der Film am Schluss zeigt, kann als zynische Literaturkritik gelesen werden. Mit all dem Leiden unter einem autoritären Regime ist hier immerhin ein Geschäft zu machen.