Keeper

Akademische Horrorspielerei

Es ist wie immer bei Osoogd Perkins (Longlegs, The Monkey, Nope), er, der getränkt mit Filmhorror mitten in Hollywood aufgewachsen ist, beherrscht die Filmsprache des Horrors aus dem ff, aber meist scheint es mir problematisch, was er damit erzählen will. So auch hier.

Alles ist perfekte Horrorfilmsprache, gediegen dazu, geschmackvoll, viele Bilder könnten in Hochglanzzeitschriften erscheinen, sei es für Mode, Architektur oder Natur, ja, auch Horror. Alles makellos, nichts auszusetzen. Fotogene Darsteller dazu.

Liz (Tatiana Maslany) verbringt mit ihrem neuen Freund Malcolm (Rossif Sutherland) ein Wochenende in dessen Hütte im Wald. Hütte ist untertrieben, es ist ein architektonisch apartes Holzhaus. Das einzige, verschließbare Zimmer ist die Toilette. Es gibt Ausblick auf ein Nachbarhaus, aber der bleibt nebulös.

Liz hat als Geschenk ein Gemälde mitgebracht, halbabstrakt, man könnte die schwarze Silhouette eines Tringefässes ausmachen und eines nicht ganz in schwarz, irgendwie mit Henkeln versehen. Nicht gerade ein optimistisches Sujet, nicht gerade farbenfroh. Sie selbst zeichnet. Es sind düstere Frauenköpfe.

Erwartung auf eine schöne Zeit zu zweit. Wie in Bone Lake klingelt es bald an der Tür. Ein weiteres Paar, Cousin Darren (Birkett Turton) möchte mit seiner distanzierten Dulcinea Minka (Eden Weiss) auch hier Zeit verbringen. Das klassische Muster aber, wie es in Bone Lake weitergehen wird, das unterläuft Osgood Perkins nach dem Drehbuch von Nick Lepard.

Zum einen wird Malcolm, ein Arzt, dringend zu einem Patienten in der Stadt gerufen. Und zum anderen fädeln sich die ungebetenen Gäste allmählich aus dem Film aus.

Stattdessen bleibt Liz sich und den Bildern in ihrem Kopf überlassen. Anlass für welche gibt ein Paket, was offenbar die Zugehfrau für Malcolm dagelassen hat. Ein Schockokuchen ist darin. Malcom möchte unbedingt, dass Liz davon kostet, obwohl sie Schockokuchen nicht ertragen kann. Sie tut es und findet, der riecht nach Kacke, aussehen tut er auch nicht, als ob er aus den üblichen Zutaten gemacht ist.

Das scheint einer der Filme, die zum Nacherzählen direkt reizvoll sind, weil die Macher sich natürlich was gedacht haben dabei und vielleicht auch, weil sie just, da sie das Genre kennen, sich einen Spaß draus machen, Erwartungen zu unterlaufen, den Horror, der noch kommen wird, anders zu dosieren und dann auch unerwartet beenden zu lassen.

Vielleicht ist das das Problem, was ich mit den Filmen von Perkins habe, dass er das Genre lediglich als lustigen Spielplatz benutzt, ohne zu wissen, ob und was er damit erzählen soll. So bleibt es dann möglicherweise ein auf sich auskennende Horrorfans beschränktes Vergnügen.

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