Du und Ich und Alle reden mit

Liebe geht über die Spaghettis

oder eine unterhaltsame Volkshochschullketion über die Unmöglichkeit von Beziehung im zweiten oder dritten Anlauf.

Es geht um Menschen, die nicht allein sein wollen, die sich paaren wollen im Sinne einer Beziehung, hier mal wieder der häufigste Fall, jener der heterosexuellen Paarung.

Und es geht um Leute, die schon dies und das hinter sich haben. Der Warenaspekt, also wie beschaffen, Eigenschaften etc., spielt durchaus eine Rolle. Es geht nicht um die Liebe auf den ersten Blick.

Paolo Genovese, der mit Isabella Aguilar und Lucia Calamaro auch das Drehbuch geschrieben hat zu diesem reinen Konversationsstück, untersucht sein Thema, indem er ein Paar, Piero (Edoardo Leo) und Lara (Pilar Fogliati, die selbst im Bett Reizunterwäsche trägt) zu einem ersten Date treffen lässt.

Dazu erfindet er einen Chor aus vier gestandenen Männern und vier nicht unerfahrenen Frauen. Die betrachten dieses Date: er besucht sie in ihrer vollgestellten Wohnung.

Die Ausstattung schien damit beauftragt, drei Innenräume vollzustopfen mit all den nützlichen Dingen, die das Leben erfordert, kurz: vor allem Gerümpel, eine Location für die Männer, eine für die Frauen und eine für das Date, es ist die Dachwohnung von Lara.

Piero taucht mit Blumenstrauß bei ihr auf. Er macht ungefähr alles falsch, was es falsch zu machen gibt, sie ebenfalls. Das wird kontinuierlich kommentiert von den Chören. Die übernehmen den Stream of Consciousness der beiden Protagonisten. Was sie sich alles vornehmen und wie sie es eher mit weniger als mit mehr Geschick umsetzen.

Es ist das auch eine Vergegenständlichung des Menschen und nicht zufälligerweise kommt der Vergleich mit dem Möbelstück vor. Für den deutschen Zuseher, der des Italienischen nicht mächtig ist, strengt es möglicherweise an, pausenlos relativ lange Untertitel zu lesen. Andererseits möchte man sich die Synchronbearbeitung nicht vorstellen. Die Kamera schaut in die vollgestopften Räume hinein und verharrt nur jeweils kurz auf den Sprechenden. Einmal wird die Widersprüchlichkeit in Beziehungen angesprochen als Gegensatz von Tanatos und Eros, Todes- und Liebessehnsucht.

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