15 Liebesbeweise

In freudiger Erwartung

Nadia (Monia Chokri) und Céline Steyer (Ella Rumpf) erwarten ein Kind. Nadie wird die leibliche Mutter sein. Sie ist die ältere der beiden Frauen, schon um die 40, es ist also noch ihre vermutlich letzte Chance. Für die In-Vitro-Zeugung sind die beiden Eheleute nach Dänemark gefahren.

Der Film von Alice Douard, die mit Julie Debiton und Laurette Polmanss auch das Drehbuch geschrieben hat, fängt im Jahr 2014 an mit dem positiven Abstimmungsresultat des französischen Parlamentes zur Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe.

Die beiden Frauen sind somit Pionierinnen und der Film ist ein Themenfilm dazu. Er beschreibt Problemchens und Probleme der Zeit der Schwangerschaft. Vom Titel her gesehen interessiert ihn das Thema der Adoption. Denn Céline muss das Kind, wenn es auf der Welt ist, adoptieren. Dazu sind unter anderem 15 Liebesbeweise nötig. Das sind schriftliche Zeugenaussagen von Menschen, die das Paar kennen und die mit den beiden Frauen und deren Kind zu tun haben und bestätigen, dass das Kind bei diesen zwei Elternteilen gut aufgehoben ist.

Die Beamtin, die den beiden Frauen das erklärt, gibt als Rat mit, es sollen nicht nur Personen aus ihrem lesbischen Bekanntenkreis sein. Kurz sieht es so aus, als ob der Film jetzt daraus eine große Geschichte machen möchte, wer für so eine Zeugenaussage überhaupt in Frage komme.

Er beschränkt sich aber darauf, dass die Mutter von Céline, Marguerite Orgen (Noémie Lvovsky), als Zeugin und eine der künfitgen Omas wichtig wäre. Sie ist eine weltbekannte Pianisten, hat sich kaum um die Erziehung der Tochter gekümmert, ja sie weiß nichts von deren Heirat und dem erwarteten Nachwuchs. Der Film über Martha Argerich fällt einem ein.

Die Mutter wohnt in Prag. Anlässlich eines Konzertaufenthaltes in Paris, bleibt Céline nichts anderes übrig, als den Kontakt aufzunehmen. Hier kommt eine wundersame Annäherung zustande. Der Film streift weitere Themen im Zusammenhang mit der Vorbereitung auf die Geburt. Es gibt eine Stippvisite bei den Eltern von Nadia, Geburtsvorbereitungsinstruktionen, auch einen Hinweis darauf, dass eine lesbische Ehe noch lange nicht für alle eine Selbstverständlichkeit ist.

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