Magie braucht Erzählung
Sie ist Teil des Tricks des Magiers, sie baut Spannung auf und sie dient der Ablenkung vom realen Vorgang des Tricks, die Erzählung als Vorbereitung und gleichzeitig Ablenkung.
Die ‚Reiter‘ sind die besten Magier der Welt und die Protagonisten dieser fiktionalen Filmreihe. Das mit der Erzählung und der Magie scheint die Autoren dieser dritten Folge aber wenig zu scheren (laut IMDb sind es Seth Grahame-Smith, Michael Lesslie und Rhett Reese). Sie scheinen es darauf abgesehen zu haben, so viel Zauberei wie möglich in einen Film zu packen mit schier enzyklopädischem Ehrgeiz.
Das reicht den Autoren nicht, sie haben die Ambition, das Prinzip der Erzählung umzukehren: den Haupttrick des Filmes verraten sie erst ganz am Schluss, was, soll hier nicht gespoilert werden, also ein magischer Trick, dessen Erzählung erst am Ende, wenn alles vorbei ist, verraten wird. Hm.
Dem Zuschauer wird das Hauptvergnügen an der Magie, nämlich die Neugier, ob ein Trick gelingt, vorenthalten. Stattdessen wird er mit einer Fülle an Tricks hingehalten. Und, das dürften die Autoren instinktiv gespürt haben, das ist dünn.
Also bringen sie ein zusätzlich belebendes Element in das Gefüge der Reiter, indem sie drei Nachwuchsmagier auffahren. Diese werden professionell und unterhaltsam eingeführt. Aber: an der Tragfähigkeit dieser Idee scheinen die Autoren ebenfalls ihre Zweifel zu haben.
Also muss noch eine eine kriminelle Industriellengeschichte reingeworgt werden. Die südafrikanische Diamantendynastie Vandenberberg plant eine neue Mine und braucht dafür Investoren. Chef des Clans ist Veronika Vanderberg (Rosamund Pike). Für eine Trade-Show in Antwerpen lässt sie den teuersten Diamanten, den die Familie besitzt, nach Antwerpen bringen.
Das Magier-Genre räubert im Diamanten-Thriller. Ach, herrjemineh, man möchte nicht Ruben Fleischer sein, der bei diesem Mix Regie führen musste/durfte, denn auch die Formel 1 und Dubai werden von den Autoren noch bemüht.
Hinter diesem Diamanten sind die Reiter samt Nachwuchs hinterher, quälen sich durch sämtliche von den Drehbuchschreibern irgendwo zusammengeschusterten und -geflunkerten Trick-, Befreiungs- und Verfolgungssituationen, denn das Actiongenre wird auch noch gefleddert.
Die Chose wirkt dadurch heillos overloaded. Was einen entschädigt, das sind die Akteure. Sie kommen gut rüber, sie fesseln, sie sind sympathisch und glaubwürdig: Jesse Eisenberg, Woody Harrelson, Dave Franco, Isla Fisher, Dominic Sessa, Justice Smith, Morgan Freeman, Ariana Greenblatt und wie schon erwähnt Rosamund Pike.