Die Dame ohne Unterleib –
Archaik meets Hightech
Was mir visuell von diesem Film von Dan Trachtenberg nach dem Drehbuch (laut Credits bei IMDb) von Patrick Aison, Jim Thomas und John Thomas in Erinnerung bleiben dürfte, das ist nicht zuerst die Dame ohne Unterleib, sondern deren Unterleib, weil die Dame selber ein Ausfransgeschöpf nach unten ist, während ihr Unterleib präzise Konturen hat. Wie der sich in einer abgerissenen Industrielandschaft bewegt, das hat etwas Surrealistisches.
Was weniger als Spezifikum bleibt, sind die Dschungellandschaften, die bleiben sich immer gleich, die können sich auch nicht entwickeln, die haben sich seit Büchern, die ich bei Oma durchgeblättert habe, nicht einen Mü geändert.
Genauso wenig die Archaik und die archaischen Aliens. Solche gibt es zuhauf, besonders um Halloween herum. Und das süße, kleine Nachwuchsmonster, das ist eh abgelutscht wie irgendwas und billig wie irgendwas, Schoßhündchenkino.
Nicht anders geht es mit dem High-Tech, in der Flut von Sci-Fi-Filmen gibt es inzwischen nichts mehr, was die nicht kann.
Die Sprache in der die Aliens sprechen, ist eine Gurgel-Rumpel-Sprache. Sie wird in der englischen Originalfassung wie in Steinschrift in einfachen gelben Lettern transskribiert. Die Texte sind einfach, so wie die Handlung.
Es gibt einen Vortext über den Yautja-Codex, der einen Unterschied zwischen Yautja und Predator macht, der eine hat keine Freunde und wird zur Beute, oder so ähnlich zumindest.
Der kleine vom Vater verachtete und als schwächlich geltende Predator soll Kwei stellen. Man könnte das als eine Art Coming-of-Age-Geschichte sehen, der Junge muss hinaus in die Welt und sich bewähren, zeigen, dass er jagen kann.
Warum ich mich so gar nicht einklinken konnte bei dem an sich doch bewährten Schema, kann ich mir nicht ganz erklären. Vielleicht verschwindet das hinter dem Mummenschanzeindruck, versinkt in der konsequenten Archaik, im puren Überlebenskampf, ohne dass man Partei für jemanden ergreifen würde. Überlebensarchaik ohne menschliche Konflikte, vielleicht ist es das.