Kurioses aus China
China, Land der Kopisten und Fälscher, nirgendwo kommt das schöner und offener zu Tage als in dem Dorf, dem Stadtteil von Shenzen, Dafen.
Hier gibt es ganze Fabriken, unzählige Ateliers von Kleinkünstlern, die davon leben, Kopien berühmter Kunstwerke anzufertigen und sie zu vergleichsweise günstigen Preisen nicht nur in China, sondern in alle Welt zu verkaufen, eine Kerze von Gerhard Richter für 50 Euro. Dieser sei leicht zu kopieren, man müsse sich nur in sein Denken hineinversetzen, meint der Kopierkünstler.
Bei der überwiegenden Zahl der Gemälde dürfte allerdings die Verwechslungsgefahr nicht allzu groß sein, aber es gibt auch andere Fälle.
Der von Stanislaw Mucha mit viel Rossini-Musik unterlegte Bericht dürfte eher fürs Fernsehen gedacht sein.
Auf der Tonspur ist auch die Stimme der Frau des chinesischen Staatspräsidenten zu vernehmen, die einen populären Song zum besten gibt, der regelmäßig über Lautsprecher und in Endlosschleife in die Öffentlichkeit getragen wird.
Dieses Dorf, dieses Mekka für Fake- und Billigbilder, wie es einmal genannt wird, hat seine Geschichte. Das erzählt der Pate, der der Gründer und dann erfolgreiche Betreiber war, mit seiner eigenen, abenteuerlichen Geschichte.
Einige Künstler werden genauer vorgestellt, der eine ist der Gerhard-Richter-Spezialist, es gibt einen Van Gogh Spezialisten, der Maler, der am beliebtesten und am nachgefragtesten sei. Manche versuchen auch, selbständig Bilder zu malen; einer erzählt die Geschichte des Dorfes oder jene seines Verhältnisses zu seinem großen Vorbild Van Gogh.
Eine Schulklasse kommt vor beim Malkurs, die Lehrerin klärt darüber auf, dass es 56 Minderheiten in China gebe und einer hat das Bild eines glücklichen Tibeters in seiner Sammlung. Eine Begründung für die Kopiererei lautet, dass man die europäischen Ölmal-Technik lernen wolle, die in China unbekannt war. Learning by copying.