Bone Lake

Angstfantasie, Lustfantasie
“Hier läuft irgend eine kranke Scheiße“

Mit ölgemäldehafter Bebilderung von Angstgefühlen exponiert Mercedes Bryce Morgan ihren Film nach dem Drehbuch von Joshua Friedlander.

Ein Mann und eine Frau, nackt wie Gott sie schuf, eine schöner, junger Mann und eine schöne junge Frau, werden durch einen Wald gehetzt. Ein Schütze mit Pfeil und Bogen ist hinter ihnen her. Er trifft, oh, an welchen Stellen gar, schmerzhaft, schmerzhaft.

Autor und Regie haben ein Einsehen, es sind nur Fantasien ausgehend von einem Ölgemälde. Die das Bild betrachten, sind der Autor Diego (Marco Pigossi) und seine Freundin Sage (Maddie Hasson), eine Lektorin. Die beiden haben Geldprobleme, trotzdem wollen sie sich ein schönes Wochenende, ein textilfreies Wochenende, wie er es nennt, ganz allein mit sich, der Natur und in einem schlossähnlichen Anwesen mit einem kleinen See davor verbringen. Sie sind bereit, Lustfantasien auszuleben.

Die Kabinette des Hauses sind erotisch ausgestattet. Die Filmemacherin spart nicht mit Anzüglichkeiten. Doch mitten in einem Liebesakt auf einem Teppich mit Löwenkopf taucht Besuch auf. Es sind dies Will (alex Roe) und Cin (Andra Nechieta). Sie befinden sich in exakt der gleichen Lage wie das erste Liebespaar. Es muss eine Verwechslung, ein Irrtum passiert sein, dass die Villa doppelt vermietet wurde.

Nach Beratungen arrangiert man sich, man teilt sich das Haus für das Wochenende. Lediglich einen Termin bedingt Will sich aus, er möchte bei Sonnenuntergang seiner Geliebten einen romantischen Heiratsantrag machen.

Der Film badet jetz in Softerotik, in der Welt der Lustgefühle, zeigt verschiedene Attraktionen innerhalb der Paare auf, lässt sie in wechselnden Kombinationen allein und heizt dadurch Gerüchte und Spekulationen an, Eifersucht und Lust am Seitensprung keimen.

Gemeinsam brechen die Paare in verschlossene Räume ein mit der Holzhammermethode, ganz leicht auf ein Sicherheitsschloss gehauen und schon lösen sich die Riegel. In einer der Kammern findet sich Sexspielzeug aller Art, in einer anderen Zeitungsausschnitte über ein Verbrechen an den Vorbesitzern, die Info über Knochen am Seegrund wird in den Film eingebracht.

Einen ersten Dissonanz-Ton bringt der Heiratsantrag von Will an Cin mit dem geklauten Ring von Diego, dem seiner Oma. Allmählich schleichen sich Angstfantasien in den Film hinein.

Zwischen Knochen an einem Seegrund und lebendigen Menschen ist ein weites Feld, geeignet für Bodyhorror jeglicher Art, sei es mit Messern, Axt oder Kettensäge. Dieser Teil des Filmes bebildert den Satz von der kranken Scheiße, die hier laufe.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert