Von Engeln genehmigt
Das ist höheres Kino oder vielleicht ein Kino, was einen Draht nach oben hat. Es entstammt der Angel Guild und bekommt vorab den Stempel, „this film has been approved by the Angel Guild“, was immer das heißen mag, dass in schwierigen Lebenssituationen gebetet wird oder aus der Bibel zitiert oder ein Kreuz kann auch hilfreich sein, nein, nein, wir sind nicht in einem Vampir-Film, eher schon in einem Mitmachfilm, mindestens beim Abspann, da wird wie bei einem Countdown in Sekunden rückwärtszählend eine wichtige Nachricht angekündigt.
Der Hauptdarsteller selbst, Joe McDonough, der eben noch den Senioren-Rodeoreiter Joe Wainwright gespielt hat, wendet sich in direkter Ansprache an das Publikum, weist auf einen auf der Leinwand erscheinenden PR-Code hin und fordert die noch im Saal verbliebenen Zuschauer auf, diesen zu scannen und aktiv zu werden.
Es scheint darum zu gehen, Menschen, die sich einen Kinoeintritt nicht leisten können, einen solchen zu ermöglichen. Vermutlich bettelt Neal McDonough um Geld. Gilt natürlich nur, wenn einen der Film und seine frohe Botschaft, berührt hat. Die dürfte im Sinne der Evangelikalen sein, die offenbar hinter dieser Angel Guild stecken, und die einen wichtigen Teil der Trumpschen Wählerschaft ausmachen.
Conclusio: wer also diesen Film oder die Aktion vom PR-Code unterstützt, hilft der Trumpwählerschaft und damit wohl auch Trump weiter. Nicht unbedingt unsere Baustelle.
Ach so, den Film haben wir ja auch gesehen und wollen ihn, bevor wir ihn gleich wieder vergessen, kurz rekapitulieren. Joe war eine Legende von Rodeo-Reiter. Sein Enkel Cody kommt nach ihm. Er verletzt sich beim Sport. Ein Tumor wird festgestellt und eine teure Operation steht an. Hinweis auf das amerikanische Krankenversicherungssystem, das unter Trump noch mehr leidet, was so nicht mit einer Silbe erwähnt wird. Joe entscheidet sich gegen seine Tochter Sally (Sarah Jones) für die OP. Das Geld würden sie schon aufbringen. Ein anstehendes Rodeo-Turnier der Legenden scheint die Lösung und wird zum dramaturgischen Motor für die leicht absehbare Handlung.