Wer sind die wahren Monster?
Im Dorf Raffeskaff herrscht die Meinung oder das Vorurteil, dass auf Burg Grottenow auf dem steil aufgetürmten, frankensteinschen Gebirge über der Stadt Monster hausen und dass die gefährlich seien. Dort ist ein Professor mit seinem Assi damit beschäftigt, Monster aus der Retorte zu erschaffen.
Ein Zirkus fährt mit Getöse in die Stadt ein. Dem Zirkus geht es schlecht. Der Direktor hört von den Monstern auf der Burg und wittert ein Geschäft. Er will in die Burg eindringen und ein Monster klauen.
Das zeigt der Film von Steve Hudson (Co-Regie: Toby Genkel), der mit Guy Bass auch das eklektische Drehbuch zu verantworten hat, mit waghalsigen Akrobatik-Nummern. Sie schaffen es, des Assis habhaft zu werden. Das ist Stichkopf, der wegen der Nähte an seinem Kopf so genannt wird.
Dem Zirkusdirektor gelingt es, mit diesem Monster mit Augenklappe, das so gar nicht monströs aussieht, einen Hit zu landen. Das Erfolgsthema wird wenig reflektiert breitgetreten. Man muss den Menschen nur einreden, jemand oder etwas sei ein Monster, und schon glauben sie es und sind bereit, dafür zu bezahlen.
Die Monster von der Burg aber wollen ihren Stichkopf zurück. Sie schicken ein Zyklopenmonster los, Typ Riesenbaby oder Riesenteddy. Für einen Ansatz von Liebesgeschichte muss das Mädchen Arabella aus dem Dorf herhalten. Das kommt dahinter, dass Stichkopf lediglich ein ganz normaler Junge ist – nun, so ganz klar dürfte ihr nicht sein, welche Dienste er bei der Monsterproduktion leistet.
Die Geschichte wirkt allerdings arg zusammengestöpselt aus lauter bekannten Versatzstücken, sie verliert den von Anfang an zu dünn gesponnen Faden, da sie sich nicht für eine Hauptfigur entscheiden kann und hin und her laviert zwischen der Frage, wer denn nun die eigentlichen Monster seien. Sind ja auch die Dorfbewohner wiederum nicht, oder nur als wütender Mob.
Die deutsche Synchro bedient sich zur Charakterisierung unterschiedlicher Figuren des billigen Mittels der Dialektfarben.
Verblüffend ist, was heutzutage alles dank Computertechnologie an Bildmaterial herstellbar ist, welch bunte Vielfalt an Monstern, Ausstattung, Dekor, Zirkusfiguren und Balanceakten. Das mag teilweise über die offensichtlichen Schwächen der Story hinwegtäuschen. Originell gemacht ist auch der schwarz-weiße Einführungsfilm für Monster.