14, 18, 28,
das sind Lebensalter und eine deutsche Dokumentaristin hat über vier junge Frauen just in diesen Lebensaltern jeweils einen Film gemacht, Cornelia Grünberg in Drehbuchzusammenarbeit mit Andreas Grünberg, Vierzehn, Achtzehn und jetzt nochmal zehn Jahre später: 28, was hier vorliegt und über den es zu berichten gilt.
Er ist der komplizierteste von den dreien, denn des zu dokumentierenden Personals ist mehr geworden, es sind mehr Kinder dazugekommen, Männer. Es ist unübersichtlicher geworden und vielleicht wäre es hilfreich, vor dem neuen Film noch mal die zwei alten anzuschauen.
Vertraut kommen einem die Figuren vor. Aber wer täglich Filme schaut, der kann sich nicht unbedingt jedes Detail merken und muss sich wieder hineinsehen. Das macht einem die Filmerin nicht unbedingt leicht.
Es gibt an der Produktion beteiligte Fernsehanstalten und die mögen aus Angst vorm Wegzappen der Zuschauer die schnappatmungshafte Kurzmontage und Verzopfung der Erzählstränge.
Etwas mehr Orientierung, bei wem man jetzt gerade ist, wo man sich gerade befindet, vielleicht auch einen oder zwei mehr Hinweise zum wirtschaftlich-ökonomischen Hintergrund der Protagonisten wären bestimmt hilfreich, wenn man den Zuschauer bei der Stange halten will.
Irgendwie muss beim Kino ein Ziel sein, nicht umsonst ist eine häufige Frage, wie denn ein Film ausgeht. Das ist eine rein erzähltechnische, dramaturgische Angelegenheit, der Anspruch ans Geschichtenerzählen des Publikums. Es möchte Geschichten hören und dazu Klarheit haben über Ausgangspunkt und Problem und Zielpunkt.
In dieser Hinsicht schlingert der Film hin und her. Dabei sind die einzelnen Schicksale spannend und erzählenswert. Der Junge, der inzwischen ein sehr reflektierter Junge ist und eine Zeit in Frankreich verbringen möchte, der sofort nach der Geburt in die Intensivstation kam, der brutales Mobbing erlebt hat. Die junge Frau, die mit einer Totgeburt zurecht kommen muss. Die andere, deren Kind nach wenigen Tagen gestorben ist. Das muss auch der ältere Bruder bewältigen. Die Mutter, die nach Hawai ausgewandert ist und dort dem Familienleben, dem Strand und dem Meer frönt und ihre Kinder zur Selbständigkeit erzieht. Die junge Frau, die nebst dem frühen Kind noch ein Studium absolviert hat und in einem Karrierejob als Bauingenieurin gelandet ist.
Es sind reflektierte und selbständige Frauen, die porträtiert werden und deren Nachwuchs nicht gerade vertüdelt oder überbehütet erscheint. Wobei auch hier gefragt werden müsste, wie weit die langjährige Dokusituation, die immer wieder nachfragt, dazu beigetragen hat. Bezüglich Selbständigkeit der Frauen gibt es durchaus Parallelen zu den in Stolz und Eigensinn porträtierten Frauen, ein Film, der auch heute startet.