Fahrlässig liederliches Täterkonstrukt
Spielbar ist so eine Rolle schon gar nicht. Es ist ein Täterkonstrukt, was jeglicher Plausibilität entbehrt. Die psychologische Grundkonstellation mag noch angehen. Von der Mutter, ja, ja, die bösen Mütter, die an allem schuld sind, das zänkische Weib, dem der Sohn nichts recht machen kann. Der frühe Tod des Vaters. Die Vermutung, dass die Mutter ihn in den Tod getrieben habe. Alles noch nachvollziehbar. Und sowieso die Störungen des Jungen, der hier zum Täter wird.
Aber wie soll so ein Mensch, mit derlei Beeinträchtigungen, eine florierende Feinwerkstatt aufbauen und betreiben, ein Handwerk, was Feingefühl und Präzision erfordert, die Herstellung der Charivaris, die die Hosenbünde der bayerischen Kerle zieren? Das entbehrt jeglicher Plausibilität oder müsste erklärt werden.
Es mag sogar sein, dass ein so gestörter Charakter die Störungen mit höchster Disziplin mit so einem Handwerk zu kompensieren versucht. Dann wäre es spannend, behutsam zu beobachten, wie eine Reihe unglücklicher Umstände ihn möglicherweise in die Enge treibt. Derlei wird hier aber nicht aufgeführt.
Genau so wenig einleuchtend ist, dass der Typ im Wald diese umfangreiche Behausung hat und die offenbar ebenso bewohnt wie seine Werkstatt – und keiner weiß davon. Und wenn er schon als Eigenbrödler und Einzelgänger beschrieben wird, was sucht er denn in der beliebten und populären Veste hoch über der Stadt?
Diese Täterkonstruktion ist ein grotesker Pfusch, den die Fernsehredaktion niemals hätte drehen lassen dürfen. Die Flirterei zwischen Privatdetektiv und Politesse scheint ein billiger Minuten-Füller zu sein. Hätte der Autor seine Energien mal lieber in genaues Durchdenken der Täterfigur gesteckt. Geschenkt, dass er nur Ausländer umbringt, eine Asiatin, einen Griechen. Aber das macht er mit so einer Selbstverständlichkeit, als ob er einen Charivari zusammenbastelt. Vielleicht will der Fall ja auf tiefere, archaische Abgründe des Charivaribrauchtums aufmerksam machen?
Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers!
Im übrigen bin ich der Meinung, dass dieser gigantische, öffentlich-rechtliche Rundfunk sozial unfair zulasten einkommensschwacher Haushalte finanziert wird.