Lebenslinien: Patrick Lindner – Freigesungen (BR, Montag, 22. September 2025, 22.00 Uhr)

Die Lebenslinien als Chamäleon

Die Lebenslinien entwickeln sich immer mehr zum Chamäleon. Wenn sie über einen Daily-Soap-Star berichten (am 6. Oktober ist es so weit), so scheinen sie zur Folge einer Seifenoper zu werden und wenn sie, wie hier, über einen Schlagerstar berichten, so werden sie zur Schnulze. Denn auch Schnulzen singen ja nie nur vom Glück, aber sie bewältigen den Schmerz mit Herz – und einer lieben Mutter.

Auch das Leben von Patrick Lindner war nicht ohne Tiefschläge, sei es das Outing durch ein skrupelloses, unseriöses Presseerzeugnis (bedenklich, dass durch so eine üble Denunziation die Plattenverkäufe sofort zurückgingen) oder der Steuerhinterziehungsskandal (der wohl eher seiner Naivität oder blindem Vertrauen in einen Berater zu verdanken sei), aber auch eine Beziehung ist in die Brüche gegangen, das sind Dinge, die häufig passieren, und an denen viele Menschen nagen, gar zerbrechen, aber just darauf wird überhaupt nicht eingegangen.

Wie eine Schnulze hören diese Lebenslinien von Daniela Agostini unter redaktioneller Betreuung von Martin Kowalczyk zu einem Zeitpunkt auf, wo das Leben für den Protagonisgten süßer nicht sein könnte.

Für solche Promi-PR-Sendungen sollten sich die Lebenslinien vielleicht mal was anderes einfallen lassen. Auch wird die Darstellung des Privatlebens schief, wenn einzelne Mitglieder des engsten Beziehungsgeflechtes nicht in der Sendung erscheinen wollen; das ergibt ein von der Realität abweichendes Bild – dafür sollte man keine Sendezeit aufwenden; es ist ja nicht das erste Mal.

Im übrigen bin ich der Meinung, dass dieser gigantische, öffentlich-rechtliche Rundfunk sozial unfair zulasten einkommensschwacher Haushalte finanziert wird.

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