Angel Production
Das ist nun schon in kurzer Zeit der vierte Film unter diesem Label, das was auf sich hält und dem Film das Siegel „angel approved“ aufdrückt. Das kann man interpretieren wie man will, gut für Engel oder, der Film wird sicher in den Himmel kommen.
Die Angel-Marke scheint mit Power auf den deutschen Markt zu drängen. Sie soll wie bei jenen stummen Missionaren, die auf der Straße ihre Bibeltexte den Passanten hinhalten, wohl die frohe Botschaft verkünden.
Hier im Film von Damian Harris, der mit Dale G. Bradley und Lynn Robertson Hay auch das Drehbuch „nach einer wahren Begebenheit“ geschrieben hat, geht es darum, dass vermutlich kein Mensch von Natur aus böse sei, dass er aber durch Schicksalsschläge so werden kann. Und dass Rettung, Heilung möglich ist.
Nathan (Nicholas Hamilton) musste als kleiner Bub die Grausamkeiten seines Vaters der Mutter gegenüber erleben, zusehen, wie er sie erschießt. Traumatisierung inklusive Verhaltensstörung und dazu noch aufwachsen im Waisenhaus sind die Folgen.
An der Highschool ist Nate, wie er angesprochen wird, mit anderen Jungs an einem Diebstahl beteiligt. Er wird als einziger erwischt, verrät die anderen auch nicht und landet im Knast. Hier kommt der Schulleiter und Pädagoge Stan Deen (Jared Harris) ins Spiel. An ihm ist beinah anrührend, wie er erzählt, dass er als junger Mann Schauspieler werden wollte, ein James Dean.
Die Maske bemüht sich, den Kontrast zwischen dem schrumpeligen alten Mann und dem erblühenden Jungen herzustellen, den jungen Nathan ab und an wie einen James Dean aussehen zu lassen, gerne auch mit nacktem Oberkörper.
Die gute Tat des Christen Stan – im Auto baumelt im Inneren vor der Windschutzscheibe ein Kruzifix und wie Nathan im Krankenhaus um sein Leben ringt, betet er vor dem Zimmer inniglich – ist diejenige, dass er sich um den Gestrauchelten kümmert und ihn auf den rechten Weg bringt. Die Moral von der Geschicht: Traumatisierten, die Fehltritte begehen, ist mit dem Glauben an Menschen (und wohl auch demjenigen an Gott) zu helfen. Und wie es so ist im wahren Leben, so richtig vertragen sich Kino und Botschaftswesen nicht.