Fans only,
so müsste vielleicht die Zugangsbeschränkung für diese Dokumentation von Cordula Kablitz-Post über die titelgebende Heavy-Metal-Band lauten.
Oder es müsste ein Warnschild aufgestellt werden, nicht nur wegen der stroboskopischen Effekte, vor denen der Film anfangs selber warnt, sondern auch vor dem Heidenspektakel, als welches die Auftritte dieser Senioren-Gruppierung (seit vierzig Jahren spielen sie und füllen überall auf der Welt die Arenen) inszeniert sind, Hass und Hoffnung und was der tiefreligiösen oder antireligiösen Schlagworte mehr sind, die sie mit schwitzenden Körpern, langen Mähnen, kurzen Unterhemden und tätowierten Hautflächen in pyramidenhaften Lichtkegeln und eingeräuchert von dickem Bühnenqualm zum Besten geben und so die schier ekstatischen Massen elektrisieren und manipulieren. Und vermutlich ein gutes Geschäft machen dabei. Davon ist aber nicht die Rede.
Die Dokumentaristin darf in Mäuschenmanier dabei sein auf Tour, im Bus, in den Garderoben, im Probenraum, bei der Autogrammstunde, sie dürfen Statements abgeben für die Kamera und Melle erweckt durchgehend den Eindruck, als habe er ständig die Dokuschere im Kopf, als komme kein Wort ungefiltert aus ihm heraus; nicht gerade das, wodurch Dokus zu faszinieren wissen.
Bei den Konzerten sind Kamera und Schnitt selbst total aus dem Häuschen. Interessant sind die kurzen Momente, bei denen etwas über die Geschichte der Band zu erfahren ist, dass sie alle aus Altenessen, einer Bergbaugegend kommen, und dass sie aus Langeweile heraus mit der Musik angefangen haben, dass sie sich ihr Handwerkzeug und ihren Stil selbst beigebracht haben, inspiriert durch die Band Kiss.
Ansonsten würde mich mehr interessieren, wer die Fans sind, welche soziale Schicht, es scheint eine verschworene Gemeinschaft zu sein, eine Gemeinde, eine Jüngerschaft, die der Band Erweckungserlebnisse verdankt. Das für den Nicht-Fan nachvollziehbar darzustellen, das schafft der Film allerdings nicht; will er wohl auch nicht. Für diesen ist der Film deutlich zu lang, während er dem Fan zwei Stunden in mutmaßlich lauwarm-wohliger Nähe seiner Idole gönnt.