Die Rosenschlacht

Labiles Ungleichgewicht

Für eine stabile Beziehung ist es vermutlich günstig, wenn beide Partner ausgewogen ähnlichen Erfolg haben und es kann problematisch werden, wenn der oder die eine plötzlich geschäftlich abhebt wie eine Rakete und der oder die andere gar enormen Misserfolg verbuchen muss.

So ist es im Film von Jay Roach nach dem Drehbuch von Tony McNamara nach dem Roman von Warren Adler. Anfangs ist Theo (Benedict Cumberbatch) ein erfolgreicher Architekt. Er ist verheiratet mit Ivy (Oliviaq Colman). Sie haben zwei Kinder. Er baut ein genial aussehendes maritimes Museum bei Mendocino in Kalifornien.

Es gibt Skeptiker. Ein Unwetter lässt den architektonischen Traum einstürzen wie ein Streichholzgebäude. Theos trotziger Satz „It’s not gonna fall“ mit seinem entsetzten Gesicht und dem in sich zusammensackenden Bau hinter ihm gehen viral.

Als Architekt bekommt er keinen Fuß mehr auf den Boden. Seine Frau Ivy dagegen eröffnet ein Krabbenrestaurant am Meer. Für sie fängt mit dem Besuch einer berühmten Restaurantkritikerin und deren überschwänglichen Rezension ein rasanter Aufstieg an.

Im Rausch ihres Erfolges darf Theo ein Traumhaus für die Familie an der Küste entwerfen. Bei der Einweihungsfeier denkt man, auch weil es doch vor allem ein Konversationsstück ist, an den Gott des Gemetzels, wie die Nerven des Paares immer mehr blanker liegen und wie die Konstellationen im luxuriös-eleganten Milieu seziert werden.

Benedict Cumberbatch und Olivia Colman sind ein grandioses Schauspieler-Duo und werden von einem prima Ensemble sekundiert, wobei sich ab und an das Gefühl einschleicht, ein Cumberbatch sei in der Rolle unterfordert, wie großartig er die Dinge auch ausspielt. Es genügt, um aus dem Stoff eine leichte Feelgood-Ehe-Komödie zu machen von mindestens saisonaler Haltbarkeit.

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