Willkommen um zu bleiben

Zimmer für eine Nacht

Mr. K. (Crispin Glover) ist ein Magier, ein Zauberkünstler, ein Illusionist. Er tingelt durch die Lande. Er checkt mit seinen zwei Koffern ein in einem verlassenen Hotel für eine Nacht, weil er tags drauf einen Gig in einem Lokal in einer nahgelegenen Ortschaft hat.

Schon der Name Mr. K., so auch der Originaltitel, erinnert an Mysteriöses, an Kafka und die meisterliche Kamera von Frank Griebe – immer einen Tick leicht neben dem Realismus – ist mit einem oder beiden Füßen in der Welt der Stilisierung und des Symbolismus.

Die ersten Fahrten durch die Flure des Hotels erinnern an Shining. Und die Déjà-vus werden nicht weniger. Die Strenge von Komposition und Stilisierung erinnern an die Filme von Wes Andersen.

Das Hotel selbst ist äußerst strange. In einem Schrank findet Mr. K. ein Zimmermädchen, unterm Bett ist ein Mann versteckt. Ein Blechmusik wie zu Fasching marschiert durch die Gänge.

Das ‚Willkommen‘ im Titel weckt eine Erwartung wie sie Filmen wie Willkommen in der Bretagne oder Willkommen in den Bergen oder auch Willkommen bei den Hartmanns erfüllen, suggeriert aber auch, dass es mit dem Willkommen nicht so weit her ist.

Hier dreht sich das ins Gegenteil. Bald wird Mr. K. darum ringen, hier wieder rauszukommen. Er bleibt in verhängnisvollen Biotopen und Gemengelagen hängen. Er wird in die Hierarchie des Küchenpersonals eingegliedert.

Der Film von Tallulah H. Schwab findet Bilder für menschliche Abhängigkeit und Unfreiheit. Er lässt seinen Protagonisten auf Auswege sinnen. Er lässt ihn in einer grundelgend existenziellen Situation zappeln, in die er sich nicht freiwillig begeben hat. Er greift zu Mystizismus, Revolution, einem Orakel und Naturmetaphern zur Geworfenheit des Menschen in die Existenz, in der wenig Platz für einen freien Willen bleibt. Allenfalls gibt es eine Art Kumpanei oder Solidarität wie mit Koch Anton (Jan Gunnar Roise). Oder die Flucht in Fantasy-Bilder gegen die Ausweglosigkeit im Durchreise-Hotel.

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