Together – Unzertrennlich

Das Paarparadox
oder eine schalkhafte Betrachtung des Paarwesens als einer Monstrosität

Der deutsche Titel weist explizit auf die Widersprüchlichkeit, die elementare nicht kompatible Widersprüchlichkeit im menschlichen Zusammensein hin. Zusammensein als Begriff impliziert dialektisch per definitionem auch das Auseinandersein. Das ist bei Unzertrennlichkeit, wenn man es mit dem Wort genau nimmt, sophistisch sozusagen, nicht der Fall, nicht möglich. Die Lösung des Zwispaltes ist die Monstrosität.

Michael Shanks evaluiert das mehr essayistisch als per Storytellingplot am Beispiel von Tim (Dave Franco) und Millie (Alison Brie). Dies wie mit dem berühmten Finger unter dem Auge vor dem durchaus ernsthaften Thema, was eine Paarbeziehung aus dem Menschen macht, wie weit zwei Menschen zu einer Einheit zusammenwachsen können, wie sie sich durch dieses Gebilde definieren und wie das Auseinanderbrechen einer solchen Beziehung schwere Identitätsprobleme hervorrufen kann. Solche Gedanken werden momentweise auch verbalisiert.

Tim scheint von Natur aus ein Faible für Horrorbilder zu haben. Doch das Heiratsangebot vor großer Gesellschaft macht ihn sprachlos. Das bringt Irritation in die Beziehung, lässt sie umsomehr zusammenwachsen.

Der Film findet in klassischem Horrorsetting statt. Einsame Häuser, dschungelhafter Wald, eine Höhle wie als Symbol für die Paarhöhle. Bei einem Waldspaziergang verirrt sich das junge Paar, er fällt in das offene Loch. Sie beim Rettungsversuch auch. Unentrinnbar verbunden sind sie so bildlich.

Es wird extremer kommen. Plötzlich sind ihre Beine miteinander verklebt. Und noch extremer beim Sex in der Schülertoilette in der Schule, an der Millie arbeitet, da verkleben sich sogar die Geschlechtsteile. Könnte auch eine Urangst oder Ursehnsucht des Menschen sein. Damit hat der Film sein Pulver an Verklebungsfantsien lange noch nicht verschossen, er hat noch einiges mehr in petto.

Als flankierend illustrierendes Beispiel fährt der Film den Lehrer Jamie (Damon Herriman) und seine gescheiterte Beziehung auf. Es ist eine neckische Reflexion zum Thema, dass es nicht gut sei, dass der Mensch allein sei, dass es aber auch schwierig sei für den Menschen, ein Paar zu bilden, das wird flashhaft, collagenhaft mit großer Bildfantasie und einer auf das Extraordinäre des Bildmaterials hinweisende, entsprechende Kamera evaluiert und mit großzügiger Bedienung beim Horrorgenre und auch der damit verbundenen Selbstverletzung als auch der damit möglichen Heilung erzählt.

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