Alkoholsucht ist topgefährlich
Ein Film aus dem Weinland Frankreich und aus Belgien. Ein Film, der vor der Alkoholsucht warnt, der aber auch Verständnis schaffen will dafür, dass Alkoholsucht eine Krankheit ist und dass es Mittel dagegen gibt: den Entzug, womöglich gepaart mit Abenteuer.
Insofern ist dieser Film von Elsa Bennett und Hippolyte Darf einerseits ein Entzugsfilm, also ein Themenfilm, andererseits ein Abenteuerfilm, denn einige der Protagonistinnen werden im zweiten, kürzeren Teil des Films an der Rallye des Dunes in der Sahara Marokkos mitmachen. Die Vorbereitung dazu ist ein Teil des Entzugsprogramms im „Haus der Hoffnung“.
Durch die Geschichte führt Suzanne (Valérie Bonneton), die alleinerziehende Mutter mehrerer Kinder, die in einem Textilbetrieb arbeitet. Sie ist heimliche Trinkerin. Ausgiebig zeigt der Film, wie sie zuhause überall Whisky oder Wodka versteckt hat. Wie sie eines morgens auf der Suche nach dem Kimono eines ihrer Kinder noch mal schnell in die Wohnung zurückkehrt, lässt sie das Auto mit nicht angezogener Handbremse und den Kindern drin stehen, das rollt rückwärts in ein gegenüber der Einfahrt geparktes Auto hinein. Sie wird in den Entzug geschickt, das Sorgerecht für die Kinder geht an die Großeltern über.
Nach der Exposition widmet sich der Film ausführlich den Gepflogenheiten und Ritualen im „Haus der Hoffnung“. Es gibt Einzelsitzungen, in denen die Teinehmerinnen über ihre Alkoholsucht sprechen müssen, darüber, wie sie dazu gekommen sind, was ihr erstes Erlebnis war, welches ihre normale Menge ist. Die Frauen müssen lernen zu sagen, nein, ich trinke definitiv nicht. Es gibt Gruppensitzungen.
Der Workshop für die Wüstenfahrt wird geleitet von Denis (Clovis Cornillac). Es gibt die Psychologin Dr. Mathys (Myriem Akheddiou). Es gibt die Schauspielerin Diane (Michéle Laroque), die aufgedonnerte Nachtclubarbeiterin Alice (Sabrina Ouazani) und weitere, schön ausgewählte und charakterisierte Frauen, die Alkoholikerinnen spielen.
Der Film bleibt nah an seinen Darstellerinnen, baut so ein intimes Gefühl zwischen diesen und dem Zuschauer auf, der sich vorkommt, als wäre er selber Bestandteil der Gruppe, der in das wohlige Gruppengefühl eingewickelt wird. Und es ist nicht etwa so, bei aller Feelgoodmoviehaftigkeit der Atmosphäre, dass alle Teilnehmerinnen den Ausstieg schafften.