Kommentar zu den Reviews vom 24. Juli 2025

So oder so, das Kino ist immer auch ein Spiegel der Gesellschaft. Ein Film geht durch mehrere Filter, erstens bis er produziert wird und zweitens, bis er dann, wenn überhaupt, ins Kino kommt. Insofern ist – zumindest nach unserer Kinoerfahrung – schon mal für ein Mindestmaß an Qualität und Relevanz der Filme gesorgt. Auch wenn die Filme nicht unbedingt direkt aus unserer Lebenswelt erzählen; sie finden Aktuelles gerne auch in der Geschichte, gar in der Fantasie, der Träumerei, der Unterhaltung. Oder man könnte auch behaupten, das Kino sei ein Ferment unserer Gesellschaft, es sei ein Wirkstoff, der einen Einfluss auf gesellschaftliche Prozesse nehmen könne, indem es Einfluss auf unser Denken nimmt, indem es unsere Gehirnwindungen aktiviert, massiert, durchknetet. Einen Film schauen kann also durchaus zum Prozess werden, ja, zum kreativen, anregenden Geschehen.

Auch diese Woche fordert das Kino wieder diverse Gehirnregionen heraus! Mehr im Weltall als an einem bestimmten Punkt auf der Erdoberfläche zu verordnen ist ein ducheinandergewirbelter Lebenslauf; der Film kommt aus den USA und hat dort seinen Ursprung im Hirn eines der bekanntesten Horrorautoren. Aus Europa kommt kinderfreundlich eine Animation die den Erwachsenenrennsport tierisch unernst nimmt zu Gunsten menschenfreundlichen Amüsements. Die Amis wiederum setzen ein junges Elternpaar mit einer schweren Gewissensfrage unter Druck. In Australien beschäftigt sich ein Tier mit dem eigenen Haus auf dem Rücken mit dem Sammlerthema. In Italien wirft eine Regisseurin einen unbestechlich-liebevollen Blick in die Vergangenheit des Bergdorfes ihrer Herkunft. Ein Landstrich an Memmel und Weichsel erweist sich als außerordentlich archivfootageergiebig. Noch ein Blick in die Berge Italiens entdeckt moderne Kunst auf einsamen Höhen. Ein Blick zurück in Frankreich erinnert und ehrt eine provokante, weiblich-russische Protestbewegung. Eher unfreiwillig und zwischen den Zeilen weist das öffentlich-rechtliche Fernsehen daraufhin, dass Gefängnisse exzellente Fortbildungsstätten für Rechtsbrecher sind.

Kino

THE LIFE OF CHUCK
Bieder oder nicht-bieder – alles eine Frage der Perspektive und der Reihenfolge.

GRAN PRIX OF EUROPE
Bunte, vielfältige, spannende Kinderspielfigurenwelt um den Formel-1-Zirkus und einen nostalgischen Rummelplatz

THE FANTASTIC FOUR: FIRST STEPS
Dreht sich um eine brutale Gewissensfrage.

MEMOIREN EINER SCHNECKE
Der Wandbehang als urweibliche Kunstinstallation.

VERMIGLIO
Ein Feminismus, der bevor er jammert, erst mal nachschaut, wie das denn damals war in dem Bergdorf.

OSTPREUSSEN – ENTSCHWUNDENE WELT
Ein halbes Jahrhundert Regionalgeschichte als ein Stück Filmgeschichte

ELEVATED ART – WER KUNST AUF BERGE STELLT
,der verändert die Sicht und den Blick.

OXANA
Lebenswürdigung einer Feministin

TV
LEBENLINIEN: ICH WOLLTE GANGSTER WERDEN
Er wurde zum Vorbild für viele, dank der Medien.

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