Die Schlümpfe: Der große Kinofilm

Mondo Schlumpfico

Das Schlumpfiversum ist ein ganz eigenes Metaversum, in dem alles Schlumpf ist, alles verschlumpft wird. Ein Titelzusatz wie „Der große Kinofilm“ passt nicht dazu, das Schlumpfiversum ist ein Antigroßkinoversum, letztlich ein Schlumpfkino.

Aber es ist auch charakteristisch für das Schlumpftum, dass es sich schamlos, keck all der Versatzstücke des großen Kinos bedient und dies lustig findet, des Actionkinos, des Ganovenkinos, des Musicals, des Kinderkinos, des Familienkinos, es sieht sich als Sci-Fi genau so wie als Fantasy und Zauberei und Magie haben es ihm eh angetan; es nimmt, was es kann, es bedient sich, wo es kann, ganz uneitel und unarrogant, schlumpfig halt, mei so sind sie halt, so klein und nett, die Schlümpfe. Und wer will ihnen da die Schlumpfambition großen Schlumpfkinos verbieten. Bleibt eh alles schlumpfig.

Aber sie kennen die Welt des Bösen auch, die Schlümpfe, ohne geht es nicht.

Dieses Schlumpfkino baut einen doppelten Storyfaden, an dem die Schlumfpereien locker aufgereiht werden.

Dem bösen Zauberer Gargamel fehlt ein Zauberbuch zur Beherrschung der Welt. Dieses ist ausgerechnet in der sauberen und sicheren Welt der Schlümpfe versteckt.

Da visuell ein Schlumpf ausschaut wie der andere, also kaum individuelle Unterschiede bestehen (bis auf eine Haarfarbe oder einen Bart), so müssen sie wenigstens anhand von Namen erkennbar werden. Alle haben einen, der Schnauzschlumpf und ein anderer könnte Kinoschlumpf heißen, auf die Idee sind die Autoren Pam Brady und Peyo, die die Regie Chris Miller anvertraut haben, aber nicht gekommen, zuviel Schlumpf soll denn auch nicht sein, aber einer hat noch keinen Namen, der nennt sich also No-Name-Schlumpf, my Name is Nobody, auch das eine schöne Kinoanleihe.

Das ist die andere Storyline, dass er und seine Mitschlümpfe einen Namen für ihn suchen. Namen, die noch verfügbar wären, sind Schuhmacherschlumpf, aber dieses Handwerk liegt ihm nicht wirklich, und der andere noch freie, wäre Haifängerschlumpf, aber der ist dann doch schon vergeben. Durch einen scheinbaren Zufall versucht er sich als Zauberschlumpf, auch das hat eine Story-Bewandtnis.

Es wird auch in den Themenkorb geworfen, dass es um eine Suche nach Identität gehe. Vor allem aber ist es erst mal die Suche nach Papa-Schlumpf, der entführt worden ist und der droht, von der Eisernen Faust des bösen Zauberers plattgedrückt zu werden, wenn er nicht mit dem Geheimnis des Versteckes des vierten Zauberbuches rausrückt.

Diese Suche wird in bekannten Action-Schemata mit einigen Komplikationen und weiterem Personal drum herum schlumpfig abgehandelt.

Mit diesem Schlumpftext verabschiedet sich der Schlumpfschreiber aus Schlumpfenhausen, denn No-Name Schlumpf hat inzwischen gelernt, dass man einfach an sich glauben müsse. So können wir unbesorgt die Schlumpfwelt wieder den Schlümpfen überlassen.

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