Bella Roma – Liebe auf Italienisch

Ehe und andere verschwiegene Vergangenheiten

Im Zeitalter des blühenden Seniorentums blühen die Seniorenfilme und schaufeln so manch Geheimnis an den Tag, das sonst auf Nimmerwiedersehen mit ins Grab genommen worden wäre.

Die Dänen Gerda (Bodil Jorgensen) und Kristoffer (Kristian Halken) feiern ihren 40. Hochzeitstag. Dafür hat ihnen ihre Tochter eine Reise nach Rom geschenkt. Die Tochter ist eine Adoptivtochter, eigene Kinder hat das Paar nicht.

Kristoffer war seiner Lebtag Briefträger und Gerda hat ihre künstlerischen Ambitionen als Malerin nach einem Romaufenthalt nicht weiter verfolgt. Offenbar ein Thema, was in der Ehe nie besprochen worden ist. Gerda spricht passabel Italienisch. Kristoffer hat gesundheitliche Probleme.

In Rom angekommen schläft Kristoffer auf dem Hotelbett sofort ein. Gerda macht sich auf einen Spaziergang auf. Wie es scheint, sucht sie eine ganz bestimmte Wohnung in einer ganz bestimmten Gasse. Das muss etwas mit dem Geheimnis zu tun haben, das sich in ihre Ehe eingenistet hat.

Wie Kristoffer wieder wach ist und Hunger hat, begeben sie sich, von Gerda gezielt geführt, in ein bestimmtes Restaurant. Da hält Kristoffer wie in einem Taumel vor den versammelten Gästen eine Ansprache auf Gerda und das Glück ihrer Ehe.

Da meldet sich ein Gast, Johannes (Rolf Lassgard), ebenfalls ein Däne und Künstler in Rom. Er kennt Gerda aus jener Zeit. Hier fängt es für Kristoffer an, schwierig zu werden. Nach und nach kommen Dinge aus der Vergangenheit an den Tag, aus jener Zeit von Gerda in Rom. Johannes, ein gemütlicher, seebäriger Typ, der gerne einen Schnaps trinkt – mit den anderen – plaudert mehr, als es Gerda genehm ist.

Der Film von Niclas Bendixen, der mit Kristian Halken und Christian Torpe auch das Drehbuch geschrieben hat, bedient sich mitunter deftiger Gags. Was Kristoffer im Trevibrunnen anrichtet, aus elementarer Not, führt zu Kontakt mit der Polizei. Andere knallige Komödiengags hat der Filmemacher auf Lager, um die dramatische Situation, die sich durch das Zusammentreffen mit Johannes und dem Erinnern der Vergangenheit und der künstlerischen Seite von Gerda entwickelt, zuzuspitzen.

Unterhaltsam kann der Zuschauer Fragen der Ehe reflektieren, wieviel Geheimnis darin nötig ist, was sie an Verzicht bedeuten kann. Andererseits auch, was sie wert ist, was eine lebenslange Partnerschaft wert sein kann.

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