Das Kalkül des Menschen mit dem Glück
geht schief, muss schief gehen, wenn eine Komödie zu dem Thema gut ausgehen soll. So tut sie es auch bei Andrew Ahn, der mit James Schamus das Drehbuch zu dieser in Seattle angesiedelten Beziehungs- und Hochzeitskomödie geschrieben hat.
Der smarte Koreaner Min (Han Gi-Chan) macht seinem etwas rundlicheren amerikanischen Freund Chris (Bowen Yang) einen Heiratsantrag. Der lehnt ab. Liebeskalkül gefloppt. Die beiden, der eine Künstler, der andere Insektenforscher, wohnen in der Garage des Liebespaars Lee (Lily Gladstone) und Angela (Kelly Marie Tran). Die beiden Frauen, die eine ein mütterlicher Typ, die andere nicht unbedingt eine Schönheit, so wie man sich vielleicht eine Wurmforscherin vorstellt, wollen auf dem Wege der künstlichen Befruchtung ein Kind. Funktioniert nicht. Familienkalkül gefloppt.
Die Oma (Ja-Young) von Min lebt in Korea und führt den Familienkonzern. Sie finanziert dem Enkel sein vermeintliches Studium und will, dass er ins Geschäft einsteigt. Dieser hat keine Lust. Omas Familien- und Geschäftskalkül gefloppt. Oma findet, wenn er heirate, könne man drüber reden. Er verabredet mit Angela eine Scheinehe, um weiter Geld zu erhalten und nicht nach Korea zurückkehren zu müssen.
Oma misstraut der Sache, taucht unverhofft in Seattle auf. Damit gewinnt die Handlung an Dynamik, die Handlung des Kalkulierens, des Vertuschens, des Floppens und der daraus sich ergebenden neuen Kalküle. Das bäumt sich auf zur turbulenten Komödie, die Andrew Ahn mit sichtlichem Spaß am Umgang des Menschen mit seinen Glücksberechnungen inszeniert, vielleicht nicht ganz so kinoelegent, wie Ang Lee es in seinem Vorbildfilm vor über drei Jahrzehnten vorgemacht hat. Die Bilder sind romantisch, das Story-Board ist wohl durchdacht und die Tonspur nicht um einen pfiffigen Begleit-Kommentar, der auf die Farce von Hochzeitsfilmen verweist, verlegen.