Duplizierung des Menschen
Das Thema des Duplizierung eines Menschen hat Bong Joon Ho, (Snowpiercer, Parasite), der mit Edward Ashton auch das Drehbuch geschrieben hat, angefixt, wie es Pennäler nicht stärker anfixen könnte.
Bong Joon Ho richtet um sein Thema herum einen wilden Wirbel an Kino-Action-Bildern an, die dem Auge keine Ruhe und dem Ohr keine Entspannung gönnen.
Im Zentrum, im Auge des Bilderwirbelsturm, ist Robert Pattinson als Mickey Barnes, anfangs des Filmes noch als 17. Variante seines eigenen Klons. Wie so ein toter Mensch als Klon wiederaufersteht oder wiederhergestellt wird, vorenthält uns der Film nicht.
Die Location ist ein Raumschiff, das sich auf einer vierjährigen Reise durchs All nach Niflheim befindet. Ihr Boss Marshall (Mark Ruffalo) ist ein geleckter, geschmalzener Typ, agiler Geschäfts- und Showmann.
Wie durch einen Unglücksfall Mickey Nummer 17 totgeglaubt ist und Nummer 18 bereits geklont, kommt es dazu, dass beide plötzlich nebeneinander auf dem Raumschiff existieren. Das darf nun nicht sein und führt zu Konflikten, sowohl mit der Macht als auch mit Frauen.
Ein wichtiger Katalysator für das bisschen Handlung sind die Creepies, das sind so herrliche Mollusken-Filmmonster, die sich unendlich vermehren können und in ihrer Masse als Bedrohung fürs Raumschiff wirken.
Eine Detail-Figur ist der News Reporter (Sabet Choudhury), der immer alles von dieser Raumfahrt dokumentieren soll. Das nutzt Bon Joon Ho für Seitenhiebe auf das Gewerbe oder wie dessen Auftraggeber mit ihm umgehen.
Wie der Filmemacher überhaupt es schafft, aus jeder Situation und sei sie dramaturgisch und was Plotkonsistenz betrifft, noch so dünn, Leinwandpower oder vielleicht besser Leinwandpowder? zu erzeugen. Wie schon beim Parasiten scheint es ihm darum zu gehen, aus eingängigem Schlagwortmaterial (dort die Diskrepanz zwischen Arm und Reich), hier also die Idee, Menschen klonen zu können, möglichst aufregendes Leinwandmaterial werden zu lassen. Darin hat er Furiosität. Das scheint einem Hang zur Exzentrik gschuldet, es muss immer alles wild aussehen, es muss nach einem Kino der Extravaganz ausschauen. Und wenn das keine Reizworte sind: Körperdrucker, Gedächtnis-Transskript, Expendables, Oxyzofol.