Anxiety – Lek

Exit-Magnet Schweiz

Die Schweiz mit ihrer liberalen Gesetzgebung zum assistierten Suizid ist weitherum attraktiv.

Das spiegelt sich in den Exitfilmen. Schon 2011 reisten Bruno Ganz und Senta Berger aus Deutschland an in Satte Farben vor Schwarz. Das war vielleicht die theatralste Variante. 2021 schickte Francois Ozon André Dussolier aus Paris in die vertrauensvollen Hände von Hanna Schygulla als Schweizer Sterbehelferin in Alles ist gut gegangen, einem meisterlichen Themenfilm. Vor kurzem hat sich aus Wien Christine Ostermayer aus demselben Grund nach Zürich aufgemacht in Toni und Helene, sicherlich der herzerwärmendsten und lebenbejahendsten Variante im Umgang mit dem Thema.

Jetzt schickt Slawomir Fabicki nach dem Drehbuch von Monika Sobien-Górska die beiden Schwestern Malgorzata (Magdalena Cielcka) und Lucja (Marta Nieradkiewicz) auf eine Autofahrt von Polen aus in die Schweiz. Er beobachtet so lebensnah wie möglich eine widersprüchliche Geschwisterliebe.

Malgorzata ist erfolgreiche Anwältin, plant alles in ihrem Leben. Sie ist es mit der tödlichen Krankheit, die die Sterbeklinik im Tessin kontaktiert und sich auf den Weg dorthin macht. Am Steuer ist Lucja. Die soll auch Anwältin werden nach ihrer Schwester, hat aber mehr Spaß am Schminken und daran, Fingernägel zu lackieren. Sie plant hinterrücks einen Aufenthalt in einem Reiterhof, damit ihre kranke Schwester nochmal reiten kann. Dort gibt es ungeplante Erlebnisse, die zu engerem Kontakt mit der Polizei führen.

Sowohl die problematische Beziehung zur verstorbenen Mutter als auch diejenige zu ihrer eigenen Familie spielen mit auf dieser Reise, die vom latenten Widerstand gegen den Tod, von unbezähmbarer Sehnsucht nach Leben geprägt ist, was zu einer Achterbahn der Gefühle führt.

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