Familie ist ein schwierig Ding,
besonders wenn um den egomanischen Papa Christophe (José Garcia) lauter Menschen diese Gruppe bilden, die irgendwie nicht so zusammenpassen und wenn der Papa im Autobus lauthals über den Ständer spricht, den die Vibrationen des Busses auslösen, so laut, bis er und seine Kinder Bastien und Lorelei (Hadrien Heaulmé und Lily Aubry) aus dem Bus in freier Landschaft hinausgeworfen werden. Derweil hat Mutter Sandrine (Charlotte Gainsbourg) sich schon abgesetzt.
Wie hemdsärmelig und themenfokussiert Florent Bernad seine Komödie angeht, zeigt er schon im rasanten Vorspann. In wenigen Minuten wird das Entstehen und Gedeihen dieser Familie bis zum Zeitpunkt, da der Sohn zum Studium aus dem Haus geht, und Töchterchen bleibt auch nicht mehr lange, grob-kursorisch skizziert und damit auch der Zugriff zu dem Thema offengelegt: pragmatisch und ohne die Komödie zu vergessen; aber unter dem Aspekt, dass Familie etwas schwer Praktizierbares ist und die im Lot zu halten es doch gewaltiger Tricks bedarf, wie das Hinbiegen zu einem halbwegs versöhnlichen Ende zeigt.
Der Auszug der Kinder dürfte für jede Familie ein Knackpunkt sein, an dem die Eltern sich Rechenschaft ablegen, was in ihrer Ehe noch funktioniert. Zwischen Sandrine und Christophe ist alles Routine, Gewohnheit geworden. Es flammt nichts mehr.
Sandrine leidet unter Burnout laut Analyse von ihrem Chef Virgil (Benjamin Tranié). Sie arbeitet in einem Reisebüro und bricht beim kleinsten Gesprächshindernis in Tränen aus. Sie nimmt sich vor, eine Auszeit von ihrer Familie zu nehmen.
Stehaufmännchen Christophe kommt dem zuvor und will mit der ganzen Familie einige Tage auf Überraschungsreise verbringen, also nicht zum Futuroscope, wohin sie sonst offenbar immer gehen, ein Ausflug in die Nähe, aber der bislang weiteste dieser Familie. Er will Orte besuchen, die für die Geschichte von ihm, Sandrine und den Kindern von Bedeutung sind. Als Autoverkäufer kommt er an einen imposanten Mietwagen. Er will Sohn Bastien, der noch keinen Führerschein hat, ans Steuer setzen.
Die Konflikte werden sich zuspitzen ohne Rücksicht auf die Öffentlichkeit. Als Sidekicks werden der Papa von Christophe (Luis Rego), Kollege Claude (Lyès Salem) vom Papa eine Rolle spielen. Zudem hat Christophe seiner Freundin den Laufpass gegeben, da sie nicht wie verbredet mit ihm in Paris studieren will. Die Karikatur eines Straßenmalers wird auf ihre Weise der vergnüglich explosiven Mischung weiteres Pulver hinzufügen.