Sollen die ihren Kriegsblödsinn doch machen –
Groteske Humoreske
Shlomi (Ida Tako) ist ein wacher junger Mann von 18 Jahren. Er ist bildhübsch, gemacht wie fürs Kino, kräftig, verliebt in Shiri (Mika Reiss) und vor allem: er scheint absolut ideologiefrei zu sein, zum Teil noch mit kindischer Lebensfreude.
Shlomi muss bei der israelischen Armee Dienst leisten in Gaza. Dani Rosenberg, der mit Amir Kliger auch das Drehbuch geschrieben hat, schildert zu Beginn seines spannenden Filmes die Situation der Israelischen Armee, nachts, wie sie im Hinterhalt kochen, schlafen und in der Früh aufbrechen. Das kommt erfrischend realistisch und glaubwürdig rüber und nicht so wie Krieg oft in Studioproduktionen.
Die Truppe bricht auf, Shlomi bleibt zurück. Er sieht den Sinn des Einsatzes nicht ein. Es bleibt offen, ob spontaner Impuls oder Plan, er fängt an zu rennen. Und rennt und rennt und rennt. Es stellt sich filmisch der Lola-rennt-Effekt ein. Er in Uniform mit umgehängtem Gewehr ohne Gepäck. Und rennt und rennt. In das feine Israel hinein.
Er hat Punkte, wo er sich sicher fühlt. Er besucht seine Oma (Tikva Dayan). Die kapiert die Situation und ist auf seiner Seite. Ein Tänzchen zu spanischer Musik mit Oma erzählt viel über Charakter und Charme des Protagonisten, seine Herzlicheit.
Die IDF, wie die Armee genannt wird, bemerkt das Verschwinden von Shlomi, kann es sich aber offenbar nicht erklären. Sie macht einen Kidnappingsfall daraus, der in die Schlagzeilen kommt. Aus dem Kidnappingsfall konstruiert sie dumm wie Anton den Anlass für einen Bombenteppich über Gaza, der die Erde mit Blut tränkt.
Shlomi trifft des weiteren seine Eltern (Efrat Ben Tzur und Shmulik Cohen). Der Vater ist mit einem Herzinfarkt ins Krankenhaus eingeliefert worden. Er darf nichts erfahren von Shlomis Fahnenflucht und die Mutter deckt nach anfänglichem Zögern ihren Sohn. Die Armee erzählt ihr allen Ernstes, man wisse nicht, was mit dem Sohn passiert sei und befürchte das Schlimmste.
Es gab vorher das Intermezzo mit dem Touristenpaar am Strand, das Shlomi beklaut und von denen er sich zivile Klamotten besorgt. Auch dieser Erzählfaden wird weitergeführt genauso wie derjenige mit den Begegnungen mit Shiri, die auch bald zu gewinnen ist.
Die Ereignisse überschlagen sich von dem Moment des Medienfalles an, sie steigern sich ins Groteske, ins Absurde und Grotesk-Komische.
Ein ziemlich schlauer, unterhaltsamer Antikriegsfilm.