Ein Gspass muss sein,
das Thema KI ist viel zu ernst und inzwischen viel zu angstbeladen, als dass man sich nicht auch einen Spaß draus machen dürfte. Und den machen die von Dreamworks mit allen ausgebufften Mitteln der Animation.
Roboter Roz brütet ein Ei aus. Es ist ein Gänseei. Im Wald. In der freien Natur. In der schönsten Animationsnatur.
Roz lernt die Mutterinstinkte. Roz kümmert sich um die kleine Gans. Das erzählt Chris Sanders, der mit Peter Brown auch das Drehbuch geschrieben hat, mit einem wahren Feuerwerk an Gags und Tricks und was alles passiert um das Heranwachsen des Kücken und das Zusammenwachsen der Waldfamilie herum.
Allein, was der Roboter alles kann, was er alles verlieren und dann wieder rebooten kann. Aus der Fülle an prima Zeichentrickgags fällt es schwer, einzelne hervorzuheben.
Gänslein wächst heran. Wie es groß ist und und fliegen und schwimmen lernen sollte, schwenkt der Film auf eine mehr epischer Erzählweise. Roboter Roz spielt den Fluglehrer.
Wie es Herbst wird, schließt die Gans sich den Zugvögeln an. Hier denkt man kurz an den aparten Kinderfilm Raus aus dem Teich.
Einen Zwischenhalt in einem Maisfeld nutzt der Film für einen Querverweis zur industriellen Landwirtschaft.
In der Heimat – immer liegt das Thema Familie und Heimat in der Luft – legen sich die Tiere zum Winterschlaf nieder. Dort wird Roz nicht wie einsten Noah die Tierwelt in einer Arche, sondern in einer Höhle retten. Was ihm später noch von Nutzen sein wird in der Form von unverbrüchlicher Solidarität, wie das Heimatschiff Roz zurückholen will.
Es gibt jede Menge richtiggehend poetischer Bilder von Roz, verloren in der Natur, teilrepariert, nach dem Winter moosübewuchert. Und es gibt zerstörte Natur. Die kann einem ein Lächeln hervorzaubern, wenn man an den Film Das Geheimnis der Bäume denkt und dass ein abgeholzter Wald gerade mal 800 Jahre braucht, um sich vollständig inklusive Tierwelt zu regenerieren. Wie lächerlich oder gerade mal „niedlich“ ist doch die Roboterwelt dagegen.