Die Fotografin

Kriegsfotografie ist wichtig

Die Menschen sollen über Kriege und ihre Folgen Bescheid wissen, in der Hoffnung, dass sie es nicht nochmal so weit kommen lassen.

Das gilt auch für Elisabeth „Lee“ Miller. Sie hat die Allierten bei der Invasion begleitet und dann auch bei der KZ-Befreiung. Daraus ergeben sich Bilder, die der Forderung des „Nie wieder“ eindrücklich Nachdruck verleihen.

Kate Winslet, die auch als Produzentin firmiert, ist offenbar auf der Suche nach Stoffen und Rollen auf die Biographie von Lee, wie der Originaltitel heißt, gestoßen und hat darin für sich eine Rolle gesehen. Sie wird sich gesagt haben, wenn Kriegsfotografien wichtig sind, dann sind es auch die Fotografen, erst recht die Frauen darunter, eine Rarität. Diese verdienen es, gewürdigt zu werden, diese verdienen es, dass ihnen filmisch ein Kränzchen gewunden wird.

Das erfüllt der Film von Ellen Kuras, die mit Liz Hannah und John Collee auch das Drehbuch geschrieben hat. Der Film ist eine geneigte Nachbebilderung von Situationen im Leben von Lee Miller (Kate Winslet), beginnend 1938 in Saint Malo in Frankreich in gut aufgelegten Studentenkreisen.

Laut Wikipedia-Biographie muss Ellen zu dem Zeitpunkt eine junge Frau von 30 Jahren gewesen sein. Die Liebesgeschichte zu Roland (Alexander Skarsgard) wird hier initiiert. Als ihr Fotografenkollege bei der Armee fungiert David E Scherman (Any Samberg). Und als Frau muss sie sich ab und an was einfallen zu lassen, um in männliche Monopolreviere einzudringen.

Wie nach dem Krieg sich die Soldaten in der ehemaligen Wohnung von Hitler am Prinzregentenplatz in München gemütlich einrichten, reichen Zigaretten zur Bestechung aus, damit sie reinkommt. Sonst hätte es das Bild der nackten Fotografin in Hitlers Badewanne mit einem Bild des Führers nicht gegeben. Eine nett anekdotische nachgestellte Szene.

Die Rahmenhandlung ist eine Befragung von Lee Miller im Jahre 1977 durch ihren Sohn Toni (Josh O‘ Connor). Darin kommen mögliche, karrierebedingte Erziehungsversäumnisse der Mutter zur Sprache. Mutter ist da 70 Jahre alt und stirbt bald darauf.

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