A Killer Romance

Im Unterholz des Widerspruchs zwischen Ich und Es

Auf diesen Widerspruch hat Freud hingewiesen. Dies lehrt Gary Johnson (Glen Powell) am College in oder bei New Orleans, daher vielleicht ab und an der jazzige Sound. Bei einer solchen Stunde lernt das Publikum ihn kennen. Er ist der 100prozentige Lehrer, ein Symphat, ein Single, der allein lebt mit Haustier und der im Beruf aufzugehen scheint.

Das wäre allerdings zu wenig für Richard Linklater (Boyhood, Before Trilogie Sunset, Sunrise Midnight) , der mit Glen Powell nach einem Zeitungsartikel von Skip Hollandsworth auch das Drehbuch geschrieben hat.

Das Vorbild Gary Johnson hat andere Seiten. Er muss ein ziemlich buntes Leben gehabt haben, so gibt der Abspann zu verstehen, aber das ging zu schnell, um sich alle seine Aktivitäten, die dort noch angeführt werden, zu merken.

Eine aber muss Linklater vor allem elektrisiert haben. Im Nebenjob arbeitet der biedere Lehrer bei der Kriminalpolizei, weil er sich mit Datenverarbeitung auskennt. Da fällt Kollege Craig (Mike Markoff) aus. Der arbeitet undcover, gibt sich als Auftragskiller aus, als Killerlockvogel, er ist stets verdrahtet bei den Verabredungen und Geldübergaben und die Möchtegernauftraggeber landen im Kittchen.

Wie die Jungfrau zum Kind kommt Gary zu diesem Job. Und siehe da: er erledigt ihn glänzend, ja er hat richtig Spaß am Spiel mit falschen Identitäten. Jedesmal beobachten und steuern ihn die in einem lottrigen Spenglerwagen versteckten Kollegen von der Kriminalpolizei.

Da das allerdings nicht abendfüllend ist, hakt Linklater ein paar Fälle mit den verschiedensten Verwandlungen im Schnelldurchlauf ab. Ihn interessiert die Differenz zwischen Ich und Es.

Es kommt der Fall der jungen Frau (Adria Arjona), die ihren Gatten oder Exgatten, so eindeutig ist das nicht, umbringen lassen will. Ab hier wird es spannend, ab hier kommt dieser Ex Jasper (Austin Amelio) und durch Zufall auch Craig, der seinen Job wieder haben will, ins Spiel.

Um den Reiz zu erhöhen, wird bald auch eine Versicherungssumme von mehreren Millionen beim Tod von Craig, auszahlbar an seine Ex, erwartet. Ab hier sieht man Richard Linklater liebevoll sein Figurenspiel, alle bestens ausgewählt und geführt, mit einem Grinsen und voll menschlicher Empathie führen und er betört den Zuschauer mit einer raffinierten Unterhaltung, mit Dingen, die keinem fremd sein dürften.

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