Be My Slave – uncut director’s cut (DVD)

Die edlen Fesseln der Liebe

I (Hiroaki Mayama) ist ein Hirsch, sehr jugendlich, sehr potent, sehr von sich eingenommen; ein Frauenverführer, der noch eine jede kriegt. Ein Sexheld mit einem neuen Job als einer von vielen in einem Großraumbüro in einem Verlagshaus.

Selbstverständlich ist I bildhübsch mit einem gertenschlanken, fotogenen Körper, handelt es sich doch beim Film von Tôru Kamei nach dem Drehbuch von Takehiko Minato nach dem skandalträchtigen BDSM-Roman von Shu Satami um einen Edelporno. Da passen keine verschrumpelten Körper rein, das ist keine Ulrich-Seidl-Verfilmung.

Hier geht es um Sex. Und Sex ist ein Grundbedürfnis des Menschen und damit ein Grundrecht. Mit dem Grundrecht verbunden ist die künstlerische Auseinandersetzung damit, die Abbildung. Sexdarstellungen sind bis weit zurück bei der Menschheit bekannt. Da kommt das Kino nicht drumherum.

Das Spektrum ist breit, vom reinen Sexfilm über den Softporno bis hin zum knarzenden Beziehungsproblemfilm. Das dürfte im Zusammenhang mit dem Thema einer der häufigsten Konflikte sein: der zwischen ungezügeltem Sex und den Fesseln einer Beziehung, deren Komplikationen – die dann allzu gerne sich als sexfeindlich erweist.

Im neuen Job jedenfalls baggert I sofort Kana (Mitsu Dan) an – das ist gegen die Etikette. Er glaubt, wie immer, leichtes Spiel zu haben. Sie aber gibt ihm einen Korb, sagt ihm, er würde wohl Frauen immer so anmachen, das gehe aber bei ihr nicht.

Zwei Tage später erhält er von ihr eine SMS, ob er Sex mit ihr wolle. Er schluckt den Köder. Er gerät mit der Frau, die behauptet, nur einmal die Woche ihren Mann in Osaka zu sehen, in etwas hinein, was sich der Junge nie und nimmer hätte vorstellen können.

I gerät in die Sado-Maso-Welt hinein, die sein bisheriges Welt- und Liebesbild nachhaltig erschüttert. Es taucht die Figur des Lehrmeisters (Misaki Saijô) auf, dem er sich ausgeliefert sieht und der den Liebesesstrudel, in dem er zu versinken droht, knallhart manipuliert. Unser Held steht nicht mehr so heldisch und leichtsinnig da; aber ob er etwas über das Wesen der Liebe kapiert?

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