The End We Start From

Bürgerliche Sehnsucht nach dem Romantisch-Morbiden,

scheint mir das dominierende Need in diesem Film von Mahalia Belo nach dem Drehbuch von Alice Birch nach dem Buch von Megan Hunter.

Die Bildersehnsucht scheint stärker als jedes Bedürfnis nach Storytelling. Diese Message ist grad anfangs besonders stark. Was die Kamera da für Spiele treibt, sie tut teils so, als sei sie Spion, sie versucht mitten im Geschehen sich unsichtbar zu machen, sie scheint angefixt von Bildern, die man als solche in jeder bürgerlichen Wohnstube dekorativ aufhängen könnte.

Das erste Sujet ist eine hochschwangere Frau (Jodie Comer). Sie ist die Protagonistin. Der Film bringt gleichzeitig katastrophale Überschwemmungen in England, wo er spielt, ins Bild. Das Wasser läuft unter den Türschwellen herein. Diese Bilder haben durchaus etwas Vertrautes. Man fühlt sich nicht fremd. Sie haben etwas Anheimelndes – einerseits.

Aber dann die Katastrophe. Es kommt auch der Erzeuger dazu, R (Joel Fry). Ein Mann für jedes Porträt, was eine Art idealer Männlichkeit darzustellen hat. Der Weg zur Entbindung ist mit Hindernissen gepflastert. Überall Stau auf den Straßen. Aber auch das wird nicht mit Story-, sondern vielmehr mit Bilderdrive, was gibt was her, erzählt.

Die Geburt selbst illustriert der Film wiederum mit Katastrophenbildern. Ist ja auch eine Art Katastrophe. Die Familie bleibt vorerst zusammen, kommt im Haus des Erzeugers unter. Aber die Katatrophe geht weiter. Die Kamera von Suzie Lavelle darf sich weiter an feinen Sujets suhlen. Es gibt ja so viel Fotogenes, nicht nur mit Babies, nicht nur mit Katastrophen, da ist auch die Gegend Englands bei Regen, das viele Grün, die Landschaft, das Meer.

Ergiebig ist auch das Topos „Mutter allein mit Kind“. Die Katastrophe treibt sie zur Flucht. Jetzt ist sie allein unterwegs. Wie malerisch, Mama mit dem blonden Botticelli-Haar (wird auch noch schön drapiert werden später). Das müsste DR (Ramanique Ahluwal) sein. Notlager, Bilder, die an die biblische Geschichte erinnern.

Es stößt eine zweite Mutter mit Kind umgebunden dazu. Zwei Frauen mit Babies allein unterwegs. Welche Bilderstrecke! Aber auch das ist noch nicht vollständig ausgebeutet. Die Flucht geht übers Meer. Auf eine Insel. In eine Kommune.

Die Kamera kriegt sich kaum mehr ein, sie muss Orgasmus über Orgasmus bekommen haben ob dem Reichtum an Bildern, der sich ihr bietet. Man kann dem Film gar nicht böse sein. Er gibt einem Rätsel auf. Wie kann er so faszinieren, obwohl er uns das, was er erzählen will, irgendwie vorzuenthalten scheint. Vielleicht ist alles nur ein Stattdessen? Auch Atmosphärisches kann fesseln, das zeigt der Film auf jeden Fall.

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