Worüber man nicht sprechen kann,
darüber muss man schweigen, mag zwar Wittgenstein in seinem Tractatus logico-philosophicus geschrieben haben, aber das soll mich nicht daran hindern, einen Film darüber zu machen, hat sich vielleicht wiederum Natalie Portmann als Produzentin gedacht und somit die Haltung vorgegeben für den Film in der Regie von Todd Haynes (Carol) nach dem Drehbuch von Samy Burch und Alex Mechanik, in dem sie eine der Hauptrollen spielt.
Unsagbares sozusagen mit Erzählhemmung umzirkeln. Wenn es um Unsagbares geht, muss Liebe nicht fern sein. Die Liebe von Gracie (Julianne Moore), irgendwie eine prominente Person, vor 30 Jahren zum damals blutjungen, zu jungen, Joe (Charles Melton); eine nicht erlaubte Liebe und Mann und Kinder von Gracie konnten schauen, wo sie blieben.
Der Film spielt im Heute. Die Kinder aus der rätselhaften Liebe sind grade flügge, so wie das schön und fett in den Film montierte Raupensymbol des Monarchfalters.
Um beim Un- oder Nichtsagbaren zu bleiben, verwendet der Film einen weiteren Trick zur Einzirkelung. Eine Filmproduktion will einen Film über Gracie und diese Geschichte drehen. Die bekannte Schauspielerin Elizabeth (Natalie Protaman) soll die Rolle der ebenfalls bekannten Gracie spielen.
Im Zug feldforschender Rollenarbeit sucht Elizabeth den Kontakt zur Familie von Gracie, die in Wohlstandsverhältnissen mit Seeanstoß auf einer Insel lebt. Elizabeth verbringt viel Zeit mit der Familie, ist eingeladen bei Festen, unterhält sich mit Elizabeth, mit Joe, mit dem Ex-Mann. Sie ist neugierig, wie es heute bei denen steht, obwohl der Film die Zeit vor 30 Jahren behandelt.
So richtig, scheint mir, will der Film aber nicht mit der Sprache herausrücken, will das Geheimnis dieser Liebe nicht preisgeben. Als beispielhaft dafür mag die Szene gelten, in der Gracie den Kühlschrank öffnet, der Zuschauer sieht allerdings nicht in den Kühlschrank hinein, ihm versperrt die geöffnete Tür den Blick und darüber montiert der Film nun eine massive Ankündigungsmusik, auf die folgt aber: nichts.