Food Inc. 2 (DOK.fest München 2024)

Unser tägliches Brot gib uns heute,

ist nicht umsonst eine der wichtigen Forderungen im christlichen Gebet und vermutlich nicht nur im Christentum, denn so selbstverständlich ist die Sicherung der Ernährung – und noch dazu guter Ernährung – nicht.

Kein Wunder also, dass es dazu auch Mengen von Filmen gibt, das Thema ist zu breit, zu vielschichtig, zu reichhaltig, wie ein wuchernder Garten und auch zu wichtig; denn so gesichert ist die Ernährung der Menschheit nicht.

Einer breiten Palette von Aspekten zu dem Thema mit dem speziellen Fokus auf die USA haben sich (erneut nach „Food Inc.“) Robert Kenner und Melissa Robledo angenommen.

Eine Gefährdung der Ernährung kommt ausgerechnet von jener Landwirtschaft, die doch die Massen günstig ernähren will, der industriell-kapitalistischen Landwirtschaft. Die Dokumentaristen streifen ihre Punkte und konkretisieren sie oft mit einzelnen Beispielen, hier der Fleischfabrik Tyson („feeds America“), die wächst und wächst. Die Machtkonzentration in der Fleischversorgung in wenigen Händen sieht der Film mit Besorgnis, weil dadurch der Wettbewerb eliminiert werde.

Hier spielt auch die Massentierhaltung eine Rolle, das Thema Tierwohl. Das ist in den USA nicht viel anders als bei uns, hier wie dort die Diskussion, wie Subventionen zu einer guten Landwirtschaft führen können und nicht nur zum Abgreifen von Subventionen für Kapitalisten dienen, die letztlich keine guten Nahrungsmittel produzieren; denen Profit vor Nachhaltigkeit geht.

Das gilt auch für das Thema der mit einem unguten Mix an Fremdstoffen zur besseren Verkäuflichkeit behandelten Lebensmittel (‚ultraprocessed food‘). Dazu können die Filmemacher Werbespots aus aller Welt anführen.

Aber es geht nicht nur um das Tierwohl, auch das Menschenwohl spielt eine Rolle und nicht nur des Menschen als Konsumenten. Die Landwirtschaft ist ein klassisches Feld kapitalistischer Ausbeutung; illegale Latinos schuften in den USA bei der Tomatenernte; aber auch eine Fast-Food-Mitarbeiterin gehört zu den Verlierern des Systems.

Es werden Initiativen gegen ausbeuterische Landwirtschaft angeführt, die sich um die Erhaltung des Bodens kümmern oder um gute Ernährung in der Schulkantine; es gibt einen Blick in die Fleischersatzindustrie, der die Gefahr, unter die Räder des kapitalistischen Ausbeutungsschemas zu geraten, durchaus bewusst ist und es wird auf den gesunden, ursprünglichen Ernährungsinstinkt des Menschen hingewiesen, das „nutritional wisdom“.

Es ist einer der Ernährungsfilme, die den Zuschauer am Ende direkt zum Handeln auffordern, weil eine Heilung noch möglich sei.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert